Umweltpreis an Fairphone-Gründer und Recycling-Experten

Darum geht‘s: Bundesstiftung Umwelt, Umweltpreis, Bundespräsident, Fairphone, Recycling

Fairphone statt ständig neue Smartphones. Der mit 500 000 Euro dotierte Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geht in diesem Jahr an Bas van Abel, der etwas gegen den übersteigerten Verbrauch von Handys und Smartphones tun will, und die Recycling-Experten Angelika Mettke und Walter Feeß.

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Sonntag in Würzburg den 24. Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergeben. Die mit 500 000 Euro höchstdotierte unabhängige Umweltauszeichnung Europas geht 2016 an Fairphone-Gründer Bas van Abel (Foto links) sowie an die Recycling-Experten Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke und Walter Feeß.

Die DBU setzt damit ein Zeichen für die nachhaltige Nutzung natürlicher Rohstoffe und zum Schutz der Lebensgrundlagen des Planeten Erde - damit diese erhalten bleiben, auch für zukünftige Generationen. „Die wachsende Weltbevölkerung, der steigende Lebensstandard und der sorglose Umgang mit Ressourcen haben dazu geführt, dass Rohstoffe immer knapper werden. Die momentane Wegwerf-Mentalität ist keine Alternative für die Zukunft. Die diesjährigen Preisträger zeigen mit innovativem Pioniergeist Auswege und Perspektiven auf“, betonte die Vorsitzende des DBU-Kuratoriums und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter.

Feierlicher Festakt mit 1200 Gästen

Bei dem feierlichen Festakt im Congress Centrum Würzburg waren über 1.200 geladene Gäste anwesend – darunter die Präsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm und der rumänische Botschafter in Berlin, Emilian Horaţiu Hurezeanu, der ehemalige Bundesminister für Finanzen Dr. Theo Waigel sowie der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Georg Bednorz und der DBU-Umweltpreisträger von 2015 Prof. Dr. Mojib Latif. Durch die Veranstaltung führte die bekannte TV-Moderatorin Judith Rakers (ARD).

Podiumsgespräch zu aktuellen Fragen der Nachhaltigkeit

Nach der Begrüßung durch Schwarzelühr-Sutter und DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann moderierte Rakers ein Podiumsgespräch zu aktuellen Fragen und Aspekten der Nachhaltigkeit. Zu ihren Gesprächspartnern zählten Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, DBU-Umweltpreisträger Prof. Dr. Klaus Töpfer, die bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz Ulrike Scharf und der Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg Dr. Bernd Uhl.

Licht-Jongleur erhellte den Festakt künstlerisch

Künstlerisch hat der Licht-Jongleur Till Pöhlmann die Preisverleihung begleitet. Bei seinen Auftritten rund um den Globus schafft der Künstler durch die Kombination von multimedialen Techniken, Effekten mit LED-Jonglage und Lichtmalerei erhellende Momente mit Bildern aus Licht, kreativen Formen, flüssigen Bewegungen und überraschenden Jonglierkünsten.

Umweltpreisträger: Kreative Wegbereiter der globalen Ressourcenwende

Alle drei Umweltpreisträger seien nach Darstellung der DBU in ihrer Branche kreative Wegbereiter für eine nachhaltige Nutzung von wertvollen Ressourcen. Während van Abel, Gründer und Geschäftsführer von Fairphone B.A., in der Informations- und Kommunikationsbranche neue Wege finde, um dem übersteigerten Verbrauch von Handys und Smartphones entgegenzutreten, würden Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und Walter Feeß, Geschäftsführer der Heinrich Feeß GmbH & Co. KG, den Einsatz von wiederverwertbaren Betonteilen und Recycling-Beton vorantreiben. Durch ihre Pionierleistung beim Recycling fördern sie die Kreislaufschließung in der Baubranche. Nicht nur dort, auch in der Informations- und Kommunikationssparte zerstöre der Abbau der Rohstoffe flächendeckend wertvolle Lebensräume. Und in beiden Branchen gebe es Möglichkeiten, diese Nutzung zu drosseln, indem auf einen längeren Lebenszyklus der Produkte gesetzt werde.

Symposium zur Umsetzung des Klimaabkommens am Vortag

Begleitend zum Festakt fand auch dieses Jahr wieder ein hochkarätig besetztes Symposium am Vortag der Verleihung statt. Unter der Frage „Die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris: Stimmt die Richtung?“ diskutierten die Umweltpreisträger des vergangenen Jahres gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über Herausforderungen und notwendige Maßnahmen zur Umsetzung des 2-Grad-Ziels. Moderiert wurde das Symposium durch Volker Angres (ZDF).

Höchstdotierter Umweltpreis Europas

Mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU – dem unabhängigen, mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas – werden Leistungen von Personen ausgezeichnet, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden. Es können Projekte, Maßnahmen oder Lebensleistungen prämiert werden.

Kandidaten für den Deutschen Umweltpreis werden der DBU vorgeschlagen. Berechtigt dazu sind Wirtschaftsverbände, Forschungseinrichtungen, Branchenverbände und Gewerkschaften, das Handwerk, Umwelt- und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Vereinigungen, Medien und Kirchen. Selbstvorschläge sind nicht möglich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury, besetzt mit unabhängigen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und gesellschaftlichen Gruppen, empfiehlt dem DBU-Kuratorium die Preisträger für das jeweilige Jahr. Das DBU-Kuratorium fällt die Entscheidung.

Der Deutsche Umweltpreis der DBU.

Text: PR

Foto: DBU/Himsel/Weisflog/Auerbach

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