Leipziger Erzählcafé: Volkskunstzirkel und Messeabenteuer

Auf ein Käffchen in der Mokkabar am Sachsenplatz in Leipzig.
Auf ein Käffchen in der Mokkabar am Sachsenplatz: Diese historische Leipzig-Aufnahme stammt aus den Beständen des Bundesarchivs.

Darum geht's: Leipzig, Bürgerstiftung, Geschichte, DDR

Leben in den 60er Jahren im Osten: Was war damals eigentlich anders als heute? Das verraten die Leipziger "Erzählcafés". Die Bürgerstiftung und die Bibliotheken der Stadt wollen durch die Veranstaltungsreihe mit Leipzigern ins Gespräch kommen, die ihre Lebensgeschichte teilen wollen – über die Generationengrenze hinweg.

Wie war das damals eigentlich? Diese Frage hat wohl jeder schon einmal seinen Eltern oder Großeltern gestellt. Zeitzeugen einfach mal reden lassen, Geschichtswissenschaftler nennen das "Oral History". Und genau das macht die Reihe „Erzählcafés – Leben in Leipzig“. Das von der Stiftung Bürger für Leipzig und den Städtischen Bibliotheken ins Leben gerufene Projekt widmet sich dem Leben in der Stadt in den 1960er Jahren.

Erzähler sind die Gäste selbst

Die Idee zu diesem Projekt hatte der Stifter Prof. Michael Hofmann, der die Erzählcafés auch moderiert. "Wir wollen mit diesem Projekt dazu beitragen, eine offene Gesellschaft zu bleiben", betont der Kulturwissenschaftler. "Wir freuen uns mit den älteren Leipzigern ins Gespräch zu kommen und sind an ihren Erfahrungen interessiert."

Die Gäste selbst sind eingeladen, sich als Erzähler an ihren Alltag vor 50 Jahren zu erinnern und darüber ins Gespräch zu kommen. Jedes Erzählcafé hat einen anderen Fokus. Den Auftakt machte am Montag, 11. September, das Thema "Meine erste Wohnung". Wie kam man in der DDR an eine Wohnung? Welche Mühen waren mit Ausbau und Einrichtung verbunden? Wie wohnte es sich mit Kohleöfen und dem Klo auf der halben Treppe? Und was um alles in der Welt war eigentlich eine Teilhauptmiete?

Sammeltasse mit Blümchenkaffee

Noch bis Mai 2018 findet das Erzählcafé an jedem zweiten Montag im Monat statt. Doch nicht nur Jugendweihe und Volkskunstzirkel sind dann ein Thema. Unter anderem erzählen die Teilnehmer auch von den lieben Nachbarn, ihren Messeabenteuern und dem Leipziger Nachtleben der 60er. Dafür wird in der Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz extra ein Veranstaltungsraum als Café eingerichtet. Dort gibt es kostenfrei Kaffee und Kuchen – der Kaffee wird stilgerecht in 60er-Jahre-Sammeltassen serviert.

Gefördert wird die Reihe von der Robert Bosch Stiftung. Die Geschichten sollen aufgezeichnet werden: Die Veranstalter wollen sie gemeinsam mit den Erzählern später in geeigneter Form präsentieren. Hier geht’s zum gesamten Programm des Erzählcafés.

 

Text: PR / PN

Foto: Das Bundesarchiv / Wolfgang Kluge

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