Transition München: Stadt soll grün, bunt und fair werden

Transition München - für eine ökologischere, bunte und faire Stadt
Bald am Start, wenn sich Genossenschafter finden: Transition München

Darum geht‘s: Genossenschaft, Kampagne, München, Gründung, Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit gibt es mittlerweile an vielen Ecken einer Stadt. In München soll dies nun alles stärker zusammenwachsen. Dafür sorgen will "Transition München", die als Genossenschaft gerade eine Gründungskampagne starten. Vorhandene Lösungen für einen ökologischen und fairen Lebensstil in München sollen so unterstützt und sichtbarer werden.

In München wächst eine Gruppe von Menschen, um die Nachhaltigkeitsszene aus ihrer Nische zu holen und ihre Angebote für alle einfach zugänglich zu gestalten. „Die Veränderung hin zu einer gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft geht nur zusammen. Es wird Zeit sich zu vernetzen“, sagt Max Herzog, Bioinformatiker und einer der Mitinitiatoren der Kampagne zur Gründung von Transition München. Bis zum 15. Juli wollen die Initiatoren 200 Mitglieder gewinnen, um regionale, ökologische und faire Angebote in der Stadt sichtbar, zugänglich und nutzbar zu machen. Vorhandene Lösungen für einen ökologischen und fairen Lebensstil, wie etwa biologische Lebensmittel, erneuerbare Energien, Second Hand Läden, Umweltvereine, grüne Finanzprodukte und Bildungsangebote zu nachhaltiger Entwicklung sollen sichtbar werden und Stärkung erfahren. „Alles, was ich brauche, in grün und auf einen Blick, ob regionale Freilandeier oder das nächste Repaircafé“, fasst Mitglied Dorothea Brockhoff zusammen.

Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr

Die bisher 75 Initiatoren und Unterstützer sind überzeugt davon, dass es Zeit ist, die Nachhaltigkeitsszene in die Breite zu führen: Mit einer Vision, aber vor allem greifbaren Mehrwerten für die Menschen – ökonomisch und funktional. „Ein anderes München geht nur gemeinsam. Und alles Große fängt klein an“, sagt Prof. Dr. Stephan Lessenich vom Institut für Soziologie an der Ludwig-Maximilian-Universität als eines der ersten Mitglieder. Denn aus Sicht der initaoren gibt es bereits viele "wunderbaren Projekte und Initiativen, die das Potenzial haben, München in ein enkeltaugliches Paradies zu verwandeln. "

Genossenschaftsmitglieder gesucht

Um dieses Ziel zu erreichen soll eine Genossenschaft als Basis gegründet werden, für die die Pioniere aktuell die ersten 200 Mitglieder bis zum 15. Juli 2018 gewinnen wollen. Aktuell fehlen noch 81 Mitstreiter. Der Anspruch ist dabei hoch: Mit ihrer Arbeit soll die Genossenschaft das nachhaltige Leben ähnlich reibungslos machen wie das „Amazon & Co-Leben". Im ersten Schritt soll sich der Suchaufwand für sozial-ökologisch orientierte Konsumalternativen verringern – wobei der „Nicht-Konsum“, etwa das Reparieren von Dingen, Teil dieser Lösung ist. Dabei baut die Gruppe auf vorhandenen Angeboten auf und professionalisiert diese. Sobald 200 Menschen ihre Mitgliedschaft zugesagt haben, wird die Genossenschaft gegründet und die Vision mit konkreten Vorteilen für die Mitglieder professionell durch Festangestellte umgesetzt. Geplant sind zum Beispiel:

1. Transition Map
Die Karte soll einen Überblick geben, wo zum Beispiel Second Hand Tracht oder regionales Gemüse herbekommen oder man einen Bohrer ausleihen kann? Die Transition Map soll es als für App und für den PC geben.

2. Nature Payback Time
Die Deutschen sind Schnäppchenjäger. An dieser Stelle soll es Vergünstigungen für faires, ökologisches, regionales Einkaufen, Reparieren geben. Angedacht ist eine Vorteilskarte.

3. Transition Broadcast
Die Community ist wichtiger Bestandteil des Projektes. Was geht in München? Kleidertauschparty, Urban Gardening Workshop oder Praktika beim Wikipedia der Bildung? Hier soll man auf dem Laufenden bleiben, was die Stadt nachhaltig bewegt.

Genossenschaft denkt wirtschaftlich

Das dies alles auch Männer- und Frauenpowaer braucht ist den Initiatoren offenbar klar. Nur mit dem aufopferungsvollen Einsatz Freiwilliger kann das nicht gelingen. Deshalb wird Transition München als ein genossenschaftlich organisiertes Sozialunternehmen mit einem stabilen Finanzierungsmodell konzipiert. „Ressourcen, Wissen und Handeln können wir in einer Genossenschaft bündeln und bestehende Ideen greifbar machen“, sagt Fabian Norden, der zu den Initiatoren gehört und beim Green City e.V. arbeitet. Der Anspruch ist es, ein ordentlich bezahltes, professionelles Team aufzubauen. Dafür beträgt der Mitgliedsbeitrag gerade mal acht Euro im Monat. Auch einen ermäßigten Beitrag soll es geben. Alle Genossenschaftsmitglieder sind Mit-Eigentümerinnen und -Eigentümer des Unternehmens und können so über die Ausrichtung der Genossenschaft in Zukunft mitbestimmen. Bis zur formellen Gründung der Genossenschaft übernimmt die juristische Trägerschaft der Impact Hub München, ein Netzwerk und Co-Working Space für sozial und ökologisch ausgerichtete Unternehmen.

Mitgestaltende willkommen

Jeder kann bei Transition München mitmachen. Die Möglichkeiten reichen vom einfachen Mitglied mit Monatsbeitrag über die Mitarbeit in Arbeitsgruppen bis hin zur Gestaltung der Genossenschaft in strukturellen Positionen. Wer mitwirken möchte, kann sich über die Website www.transition-muc.de anmelden oder bei hallo@transition-muc.de Informationen erhalten. Eine Infoveranstaltung findet am Montag, dem 9. Juli 2018 von 17:30 – 20:30 Uhr im Impact Hub (Gotzinger Str. 8, 81371 München) statt. Um Anmeldung an per Mail wird gebeten.

Text: MD/PR
Foto: Erich Lehmann/Transition München

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