Sozialhelden e.V. will mit Wheelmap Mobilität im Alltag verbessern

Sozialhelden will mit Wheelmap barrierefreie Zugänge für Rollstuhlfahrer anzeigen
Wheelmap zeigt in Echtzeit an, welche Fahrstühle und Rolltreppen im Bahnhofsbereich gerade außer Betrieb sind.

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Wenn an Haltestellen des ÖPNV der Aufzug ausfällt, ist das nicht nur ärgerlich, sondern bedeutet für Rollstuhlfahrer, aber auch für Personen mit Rollatoren oder Kinderwagen eine Einschränkung im Alltag. Der Sozialhelden e.V. arbeitet deshalb mit Verkehrsbetreibern zusammen, um Infos zu Aufzugsstörungen zu sammeln und diese einheitlich auf Webseiten darzustellen.

Ob ein Aufzug im öffentlichen Nahverkehr funktioniert oder nicht, wird seit Kurzem für einige deutsche Städte in Echtzeit auf Wheelmap.org, der Online-Karte für rollstuhlgerechte Orte, angezeigt. Neben den Berliner Verkehrsbetrieben sind auch die ÖPNV-Verbünde aus der Region Rhein-Ruhr (VRR) und Hamburg (HVV) dabei. Für ältere Aufzüge wurde ein Sensor entwickelt, der die Informationen zu Störungen überträgt. Der Berliner Sozialhelden e.V. führt damit erfolgreich das Projekt Elevate durch, das die Mobilität im Alltag von Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder schwerem Gepäck bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verbessern soll.

Wheelmap informiert in Echtzeit

Vor allem Menschen, die im Alltag einen Rollstuhl nutzen, sind davon betroffen, dass Informationen zu dieser Frage bisher nicht in einem einheitlichen und übersichtlichen Standard überall und flächendeckend verfügbar sind. Mit dem Projekt Elevate haben sich die Berliner Sozialhelden daher dem Ziel gewidmet, die technischen Voraussetzungen für einen bundesweiten Informationsservice für Aufzugsstörungen zu schaffen.

Wie die Zusammenführung der Daten praktisch aussieht, kann seit Kurzem auf der Online-Karte Wheelmap betrachtet werden. Auf www.wheelmap.org/beta wurde der Echtzeit-Status der Aufzüge in den Bahnhöfen für Berlin, Hamburg und Köln in die Kartenanwendung integriert. Zusätzlich zur Datenbasis der Deutschen Bahn werden fast 3000 Aufzüge auf der Karte dargestellt.

Aufzüge können auch nachgerüstet werden

„Bei der Entwicklung eines gemeinsamen Datenstandards stießen wir auf verschiedene Herausforderungen. Teils fehlten den Daten die genauen Geo-Koordinaten, um sie an dem exakten Standort in einem Bahnhof anzeigen zu können, andererseits waren die Formate sehr unterschiedlich und enthielten eine Fülle von Informationen, die wir entweder reduzieren oder weiter anreichern mussten, damit sie schließlich für die universelle Verwendung brauchbar und verständlich werden“, fasst Sebastian Felix-Zappe, Software-Entwickler aus dem Projekt Elevate, die Entwicklung des entstandenen Datenstandards zusammen.

Neben der technischen Schnittstelle und Infrastruktur erarbeiteten die Sozialhelden im Projekt Elevate außerdem eine Lösung für die Aufzüge, die noch nicht digitalisiert sind, d.h. deren Daten über den Betriebsstatus noch nicht automatisch erfasst werden: In Zusammenarbeit mit dem Aufzughersteller Schindler und Experten der Firma ubirch entstand ein Sensor, mit dem Aufzüge einfach und kostengünstig nachgerüstet und damit digitalisiert werden können.

Infos sollen bundesweit verfügbar sein

Das Ziel all dieser Entwicklungen in Projekt Elevate ist letztlich, dass Reisenden bundesweit in naher Zukunft schon im Vorfeld angezeigt werden kann, ob der Aufzug, den sie benutzen wollen, einsatzfähig ist oder nicht. Zudem können diese Informationen Einzug finden in gängige Routingdienste und Reiseauskünfte auf den Plattformen aller Verkehrsbetreiber. Dazu bietet Sozialhelden e.V. eine technische Schnittstelle (API) an. Auch Familien mit Kinderwagen, Fahrradfahrer oder Fahrgäste mit schwerem Gepäck sollen von einem solchen Informationsdienst in der Reisekette des öffentlichen Nahverkehrs profitieren.

Das Projekt wird im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND des Bundesministeriums für Verkehr und Digitaler Infrastruktur (BMVI) gefördert. Damit sollen seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um digitale datenbasierte Anwendungen für die Mobilität 4.0. vorangetrieben werden. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD.

Kreative Sozialhelden

Die Sozialhelden sind eine Gruppe von Menschen, die seit 2004 gemeinsam kreative Projekte entwickeln, um auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und sie im besten Fall zu beseitigen. Innovative Ideen und eine gute Portion Humor haben sich dabei als erfolgreich erwiesen: Das Berliner Team wurde unter anderem mit dem Deutschen Engagementpreis, dem Deutschen Bürgerpreis, dem World Summit Award, dem Smart Accessibility Award und dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Text: PR
Foto: Pixaby/geralt
Karte: Sozialhelden e.V./Screenshot Wheelmap.org/beta

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