Gegen Plastikmüll: Fußballfan übergibt Unterschriften an BVB

Fußballfan übergibt 100.000 Unterschriften für Mehrwegbecher an Borussia Dortmund
Wollen in Zukunft weniger Plastikmüll im Stadion: Carsten Cramer, BVB-Geschäftsführer, Nick Heubeck, Thomas Fischer, DUH-Leiter Kreislaufwirtschaft, Arne Brügmann, Geschäftsführer der BVB Event & Catering (v.l.n.r.)

Darum geht‘s: Umweltschutz, Borussia Dortmund, Bundesliga, change.org, Carsten Cramer

Rund eine Million Plastikbecher fallen pro Saison und Bundesliga-Verein an. Das wollte der 19-jährige Fußballfan Nick Heubeck nicht länger hinnehmen und startete eine Petition bei change.org, in der er Borussia Dortmund aufforderte, auf Mehrwegbecher umzusteigen. Zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe übergab er über 100.000 Unterschriften an den Bundesligisten.

Ein Berg aus 1,5 Millionen verbrauchten Einwegbechern fiel in der Bundesligasaison 2017/2018 im Signal-Iduna-Park an. Der 19-jährige Fußballfan Nick Heubeck handelte und forderte Borussia Dortmund (BVB) auf der Kampagnenplattform change.org auf, Getränke zukünftig wieder in Mehrwegbechern auszuschenken. Mit Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kamen rund 100.000 Unterschriften zusammen, die an den BVB übergeben wurden.

BVB sagt Mehrwegbecher-System zu

BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer betonte in einem ausführlichen Gespräch nach der Übergabe, wie wichtig dem BVB der Umweltschutz im Signal-Iduna-Park sei. Er sagte zu, ein optimiertes und besonders verbraucherfreundliches Mehrwegbechersystem entwickeln und einführen zu wollen. Die DUH fordert auch weitere Bundesligisten auf, diesem positiven Beispiel zu folgen und ebenfalls auf Mehrwegbecher umzusteigen.

„Gemeinsam mit Nick Heubeck werden wir mit Borussia Dortmund in einen Dialog treten, an dessen Ende die Umstellung auf ein Mehrwegbecher-System stehen soll“, fasst Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der DUH, das Gespräch mit dem BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer zusammen. „Im Austausch mit den Vereinen wollen wir erklären, warum es aus ökologischer Sicht nicht vorteilhaft ist, Einweg-Bioplastikbecher statt wiederbefüllbarer Mehrwegbecher einzusetzen. Wir wissen, dass Mehrwegsysteme eine gute Vorbereitung brauchen, damit alles perfekt abläuft. Daran möchten wir gemeinsam mit dem BVB arbeiten. Der BVB gehört nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch beim Umweltschutz zur Bundesliga-Spitzenklasse. Das hat das Bekenntnis von Carsten Cramer für umweltfreundliche Mehrwegbecher gezeigt.“

Bundesligisten sollen Plastikmüll vermeiden

Barbara Metz, Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin, ergänzt: „Der aktuell von der EU-Kommission vorgeschlagene Richtlinienentwurf zum Verbot von Einweg-Plastikgeschirr ist ein deutliches Signal. Die Zeiten, in denen Müllberge aus Plastikbechern als Belanglosigkeit abgetan wurden, sind vorbei. Plastikmüll muss dort vermieden werden, wo er anfällt. Bei großen Veranstaltungen ist das der Verkaufstresen für Getränke. Mit bepfandeten Mehrwegbechern landet kein Plastikmüll mehr in der Umwelt. Deshalb ist die Entscheidung von Borussia Dortmund für Mehrwegbecher eine Punktlandung und kommt genau zur richtigen Zeit. Alle anderen Bundesligisten, die noch auf Einweg setzen, sollten schnellstmöglich auf Mehrweg umstellen und nicht warten, bis sie politisch dazu gezwungen werden.“

„Im Moment trinken unsere Fans im Stadion aus Einwegbechern aus Maisstärke, die nach dem Gebrauch in einer nahegelegenen Biosgasanlage verwertet werden. Mit der zunehmenden öffentlichen Diskussion über Plastikabfälle und im Hinblick auf die erweiterten Erkenntnisse zur Ökobilanz des PLA-Bechers, von der Rohstoffgewinnung bis zur Nutzung und anschließenden Verwertung, hinterfragen wir unsere im Sommer 2015 getroffene Entscheidung zum Einsatz von Einweg-PLA-Bechern nun allerdings“, betont BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer.

Rund eine Million Plastikbecher pro Saison

Nick Heubeck erklärt nach dem Treffen in der BVB-Geschäftsstelle, an der mit Conny Dietz auch eine Vertreterin des BVB-Fanrates beteiligt war: „Ich freue mich riesig, dass der BVB auf Mehrwegbecher umsteigen und damit die Umwelt schützen will. Mir liegen der Umweltschutz und der Verein sehr am Herzen, daher war ich enttäuscht, als der BVB 2015 auf ein Einwegbecher-System umgestellt hat und sich die Becherberge im Signal-Iduna-Park türmten. Umso mehr freut es mich, dass sich so viele Menschen meiner Petition angeschlossen haben. Es ist toll, dass der BVB so positiv auf unsere Forderung reagiert und nun handeln möchte.“

Nick Heubeck und die DUH wollen, dass noch mehr Fußball-Bundesligisten der beispielgebenden Entscheidung von Borussia Dortmund folgen. „Schalke 04 gehört mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 1,2 Millionen Einwegbechern zu den größten Umweltsündern. Aber auch die in die 2. Bundesliga abgestiegenen Vereine 1. FC Köln und Hamburger SV verursachen jeweils fast eine Million Plastikbecher pro Saison. Der Neuanfang in der 2. Liga sollte auch für den Neuanfang beim Thema Getränkebecher und Umweltschutz genutzt werden“, sagt Fischer. Ein weiterer konsequenter Mehrwegverweigerer ist ausgerechnet Mainz 05. „Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, Deutschlands nachhaltigster Fußballverein sein zu wollen. In anderen Bereichen macht Mainz vieles richtig, aber bei den Bechern leider nicht. Hier muss nachgebessert werden“, so Fischer weiter.

Jährliche DHU-Umfragen bei Vereinen

Die DUH engagiert sich seit vielen Jahren für den Einsatz von Mehrwegbechern auf Großveranstaltungen und insbesondere im Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga. Die DUH führt hierzu jährliche Umfragen unter allen Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga durch, um eine Übersicht über die anfallenden Müllmengen zu bekommen. In der Saison 2017/18 fielen rund 11,5 Millionen Einweg-Plastikbecher als Abfall an.

Die Wiederverwendung von Bechern zum Ausschank von Getränken ist der beste Weg, um Abfälle zu vermeiden, Energie einzusparen und das Klima zu entlasten. Schon nach dem fünften Gebrauch sind Mehrwegbecher umweltfreundlicher als die gängigen Einwegbecher aus Polymilchsäure (PLA), PET oder Polystyrol.

Text und Foto: PR

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