Einfach sozial telefonieren - Crowdfunding gestartet

goood sozial Mobilfunkanbieter in Deutschland startet Crowdfunding
Das Team von "goood" hat gut lachen. Ihr Crowdfunding bei startnext läuft gut an.

Darum geht‘s: Telefon, Corporate Sponsoring, Engagement, Mobilfunk

Die Idee für den guten Zweck zu telefonieren, ist nicht neu, aber mit "goood" geht jetzt in Deutschlands der erste soziale Mobilfunkanbieter an den Start, der für die Finanzierung vieler gemeinnützige Organisationen und Start-Ups wirklich relevant werden könnte. Wir sprachen mit den Machern über ihre Spendenidee.

Im Jahr 2015 entstand die Idee eines sozialen Mobilfunkanbieter mit der Vision gemeinsam die Welt zu verbessern. Nun knapp ein Jahr später ist goood mit einer Crowdfunding-Kampagne an den Start gegangen und hat bereits die Zielsumme von11.500 Euro fest im Blick. Über die Hälfte ist bereits eingegangen und es sind noch 18 Tage bis zum Ende der Finanzierungsphase.

Telefonieren und Gutes tun

goood will mit guten Tarifen und mit einfachen Fakten überzeugen: Wenn nur 1 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden zu goood wechseln würden, könnten durch das goood Spendenmodell innerhalb der nächsten fünf Jahre 40 Mio. Euro für gemeinnützige Projekte generiert werden. Zustande kommen soll das über 10 % der Grundgebühr. Über die Verteilung der zusammentelefonierten Millionen sollen die User dann selbst entscheiden. "Wir haben schon jetzt einige größere Nonprofit-Organisationen an Bord und sprechen noch weitere an. Zum Launch im Winter werden wir mit etwa siebzig Organisationen in den Themenbereichen Kinder- & Jugend, Bildung & Kultur, Integration & Soziales, Gesundheit, Armut & Nothilfe sowie Tier- & Umweltschutz starten. Zusätzlich wählen wir monatlich ein Projekt des Monats aus, welches wir besonders hervorheben." gibt Jörg Reschke, Chief goood Officer als Zielgröße aus. "Grundsätzlich stehen wir allen Organisationen offen, die gemeinsam mit uns Spenden sammeln möchten. Wer bereits bei unserem Partner Betterplace registriert ist, hat gar keinen Aufwand und braucht nur eine E-Mail an den Support zu schreiben." 

Darüber hinaus soll auch ein Teil des Gewinns von goood in zukunftsweisende, soziale Projekte reinvestiert, die ebenfalls das Ziel haben über den Massenmarkt die Gesellschaft positiv zu verändern. Die Entscheidung, welche Projekte unterstützt werden sollen, wird von einem unabhängigen Expertenbeirat getroffen werden. Claudia Winkler, Gründerin von goood freut sich schon auf die Bewerber: " Ein Viertel des Profits werden wir in andere Social-Impact-Projekte reinvestieren. Wir sind sehr gespannt, ob die spannendsten Ideen von Start-Ups oder Nonprofit-Organisationen kommen. Für beides sind wir offen."

Keine Angst vor den Mobilfunk-Riesen

Das der deutsche Mobilfunkmarkt als einer der härtesten und preissensibelsten gilt, schreckt die Macher offensichtlich wenig. "Ein Teil des Teams besteht aus internationalen Telco-Profis die Jahrzehnte Erfahrung mit der Differenzierung auf stark umkämpften Märkten haben. Wir kennen das Geschäft von der Pieke auf und wissen an welchen Schrauben wir drehen müssen, um ein nachhaltig erfolgreiches Modell auf die Beine zu stellen", so Claudia Winkler. Offensichtlich verspricht man sich von der Idee, neben einem guten Tarif auch einen Effekt auf die Gesellschaft zu haben, sogar einen Marktvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Da mutet das Crowdfunding-Ziel von 11.500 Euro schon etwas spärlich an. Das Ziel ist aber ein anderes: "Unsere derzeitige Crowdfunding-Kampagne ist ein erster, wichtiger Schritt die Community in unser Projekt einzubinden. Hier sammeln wir wertvolles Feedback, auch um zu verstehen, in welchen Bereichen wir uns noch verbessern können." erklärt Winkler, denn auch ihr ist klar, dass man mit so wenig Geld keine Mobilfunkmarke in Deutschland aufbaut. "Mit dem Geld können wir aber von Anfang an sicherstellen, dass wir auch kleinen Initiativen die Möglichkeit geben von goood zu profitieren. Die Funds werden, wie auf startnext beschrieben, für die Anbindung möglichst vieler Projekte beim Launch verwendet." Das Crowdfunding soll auch zeigen, das es einen Markt und Potenzial für einen nachhaltigen Telekomanbieter in Deutschland gibt. "Dafür können wir jede Unterstützung brauchen!", bittet Winkler um weiter Unterstützung. Schon ab 5 Euro ist man dabei. Die Kampagne läuft noch bis zum 30. Oktober auf startnext.

Erste Tarife sind bereits online

Der günstigste Jahrestarif beträgt 199 Euro, also etwas mehr als 16,50 Euro im Monat und beinhaltet eine All-Net-Flat und 3 GB Datenvolumen pro Monat. 10 % des Tarifs gehen an den guten Zweck. Telefoniert wird über den spanischen Telekommunikationsanbieter Telefonicá, der in Deutschland als E-Plus und O2 bekannt ist.

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Text: Matthias Daberstiel

Foto: PR/goood

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