Deutscher Kinderverein: Neue Kampagne gegen Misshandlung

Deutscher Kinderverein #VeilchenGegenVeilchen
Mit der Kampagne #VeilchenGegenVeilchen will der Deutsche Kinderverein auf die Misshandlung von Kindern durch ihre Mütter aufmerksam machen.

Darum geht‘s: Fundraising, Kinderschutz, Deutscher Kinderverein, Muttertag, Michael Tsokos

Zum Muttertag haben sich viele Mütter über Blumen gefreut. Dass dieser Tag aber nicht nur ein Grund zur Freude ist, darauf weist der Deutschen Kinderverein e.V. in diesem Jahr mit einer besonderen Aktion hin. Unter dem Motto #VeilchenGegenVeilchen zeigen zahlreiche Unterstützer Flagge gegen Kindesmisshandlung.

„Natürlich haben die meisten Mütter in aller Welt für das, was sie täglich leisten, Applaus verdient. Aber es gibt eben auch eine dunkle Seite, die wir nicht verschweigen dürfen. Jedes misshandelte Kind, das wir durch mehr Aufmerksamkeit aus seiner Lage befreien, ist alle Anstrengungen wert“, erklärt Rainer Rettinger, Geschäftsführer des gemeinnützigen Deutschen Kindervereins, der sich den Schutz der Kinder in Bezug auf körperliche und seelische Unversehrtheit zur Aufgabe gemacht hat. Dass auch Mütter Täterinnen sind, ist Tatsache: In etwa der Hälfte der Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung sind Frauen die Täter. Sie entstammen allen sozialen Schichten.

Kriminalstatistik enthüllt 133 Todesfälle

Kinder werden getreten, geschlagen, gequält und jeden dritten Tag stirbt eines von ihnen an den Folgen dieser Misshandlungen. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 133 Kinder getötet, im vergangenen Jahr waren es 143. In 77 Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. Es sind traurige Zahlen aus der Kriminalstatistik 2017, die belegen, dass Kindesmisshandlung nach wie vor schrecklicher Alltag in Deutschland ist.

Besonders oft trifft es die jüngsten: 112 der getöteten Kinder waren zum Zeitpunkt des Todes jünger als sechs Jahre (2016: 100 Kinder). Die Zahl der körperlichen Kindesmisshandlungen stieg von 4204 (2016) auf 4208 Kinder (2017). 1813 von ihnen waren unter sechs Jahren. Im Bereich des sexuellen Missbrauchs an Kindern wurden 13539 Opfer registriert, das sind 260 Opfer pro Woche – 37 betroffene Kinder an jedem Tag.

Dunkelziffer weitaus höher

So schlimm bereits diese Zahlen sind: Sie beziehen sich nur auf die bekannten Fälle – die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. „Das Dunkelfeld ist groß. Auf jedes getötete Kind kommt wohl noch eines, bei dem es gar nicht erkannt wurde. Und es gibt Studien, nach denen auf jeden erfassten Fall von Misshandlungen noch bis zu 50 unerkannte Fälle kommen. Andere Studien sprechen von bis zu 400 nicht gemeldeten Misshandlungen pro bekanntem Fall“, so Prof. Dr. Michael Tsokos und Dr. Saskia Etzold, Rechtsmediziner der Charité Berlin.

„Leider bewegen sich diese Zahlen auf beunruhigend hohem Niveau und wir müssen uns alle, ob Politik, Justiz, Jugendämter, Kinderschützer, Frühe Hilfen und Kinderschutz-Organisationen, die Frage stellen, ob wir alles tun, um dies zu verhindern“, so Rainer Rettinger.

Deutscher Kinderverein wird pro bono unterstützt

Die aktuelle Pro-Bono-Kampagne für den Deutschen Kinderverein e.V. wurde von Serviceplan Köln umgesetzt und von Fotograf Carsten Sander unterstützt. Oliver Grüttemeier, Geschäftsführer von Serviceplan Köln und selbst Vater von drei Kindern: „Beim Schwarzfahrern zeigt die Justiz Kante – das wünsche ich mir beim Thema Kindesmisshandlung auch!“ Unterstützt wird die Kampagne zudem durch mehrere hundert Eltern der Content-Seeding-Plattform Linkilike.

Text: PR
Foto: Deutscher Kinderverein Essen e.V./Carsten Sander

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