Schöner scheitern: Mailingversand während die Post streikt

Fundraising schöner scheitern
Achtung, Rutschgefahr! Fehler passieren auch im Fundraising.

Darum geht's: Fundraising, Mailing, ROI, Poststreik

Aus Fehlern kann man lernen, dafür muss man sie nicht alle selber machen! Das Fundraiser-Magazin stellt in der Serie „Schöner scheitern“ kleine und große Fehler von Fundraising-Aktionen vor. Was war passiert, dass ein Ostermailing erst im Sommer versandfertig war? Und wie geht man damit um, wenn zu diesem Zeitpunkt ausgerechnet die Post in einen Streik tritt?

Am Anfang des Jahres steht in der Regel die Mailing- und Maßnahmenplanung für Organisationen an. Dazu gehört eine dezidierte Zeitplanung mit dem Postauslieferungstermin.

Es ging um ein Ostermailing, welches das erste Mailing der Organisation sein sollte. Die Planung war, es circa drei Wochen vor Ostern in der Post zu haben. Die Grafik wurde frühzeitig gestartet, Texte waren pünktlich fertig. Auch der Verteiler, der für dieses Mailing zusätzlich zu den eigenen Adressen gemietet wurde, war selektiert und in Auftrag gegeben. Alles genau nach Plan.

Drei Vorstände, drei Meinungen

Dann folgte die Abstimmungsphase mit dem Vorstand, die jedem Fundraiser und jedem Lettershop Bauchschmerzen bereitet. Und richtig: drei Vorstände – drei Meinungen. Erst musste der Folder neu gemacht werden, dann wurde die Shoppingliste überarbeitet. Anschließend wurden die Selektionskriterien noch einmal unter die Lupe genommen und für überarbeitungswürdig befunden. An diesem Punkt hinkten wir dem Zeitplan bereits eine Woche hinterher. Das gleiche wiederholte sich nach der Korrekturphase noch zwei Mal. Das bedeutete, dass wir bereits kurz vor Ostern standen. Letztendlich wurde dann entschieden, das Mailing in den Sommer zu verlegen. Und das, obwohl man erwiesenermaßen im Sommer mit keinem hohen Response rechnen sollte. Nichtsdestotrotz: Wieder standen Änderungen und Korrekturen an.

Poststreik funkt dazwischen

Anfang Juni war es dann so weit: Freigabe! Allerdings: Die Post hatte zu diesem Termin beschlossen zu streiken. Und die Orte, in denen die Mailings ausgeliefert wurden, waren in den bestreikten Gebieten. Wie wir alle wissen, wurden Postsendungen damals rund sechs Wochen gelagert. Das Mailing wurde daher viel zu spät beziehungsweise gar nicht zugestellt. Die abschließende Bilanz dieses Mailings war einfach vernichtend, ein ROI gar nicht zu ermitteln. Das Fazit, welches dann gezogen wurde: Mailings lohnen sich nicht und sind nur teuer.

Dieses Beispiel zeigt uns, wie wichtig es ist, die Terminplanung zu halten und auch die äußeren Begebenheiten zu bedenken.

Text: Alexandra Sievert-Heidemann, Sievert Druck & Service GmbH
Foto: Pixabay/stevepb

Der Artikel ist in der Ausgabe 1/2018 des Fundraiser-Magazins erschienen.

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