Schöner scheitern: Fundraising mit Fischen

Fundraising schöner scheitern
Achtung, Rutschgefahr! Fehler passieren auch im Fundraising.

Darum geht's: Fundraising, Spenden, Mailing, Give Away, Lettershop, NPO

Aus Fehlern kann man lernen, dafür muss man sie nicht alle selber machen! Das Fundraiser-Magazin stellt in der Serie „Schöner scheitern“ kleine und große Fehler von Fundraising-Aktionen vor. In diesem Fall legte ein an sich tolles Give Away eine ganze Postverteilmaschine lahm. Ergebnis: zusätzliche Kosten für die Putzaktion und null Spenden.

Ein Lettershop erhielt von einer NPO die Bestandteile, um ein Mailing zu verpacken. Als Give-Away war ein kleines Mauspad, das gerade in ein C5-Couvert passte, geplant. Das Besondere an dem Mauspad war, dass es eine Zwischenschicht mit Flüssigkeit hatte, in der kleinste Plastikfische schwammen. Auf der Oberseite war das Mauspad durchsichtig, sodass der Eindruck entstand, man würde in ein Aquarium schauen.

Fische im Freien

Der Lettershop verpackte die Mauspads mit den anderen Bestandteilen maschinell und übergab das ganze Mailing der Post für die Zustellung. Leider hatten die Postverteilmaschinen aber einen anderen Anpressdruck als die Kuvertiermaschinen des Lettershops, was dazu führte, dass die seitlichen Nähte der Mauspads in den Verteilmaschinen der Post platzten und die Flüssigkeit auslief. Auch die Plastikfische gelangten so ins „Freie“. Da die Verteilmaschinen sehr schnell arbeiteten, konnte der ganze Prozess erst nach etwa zwei Minuten gestoppt werden – in dieser Zeit waren aber schon unzählige der Give-Aways geplatzt und verunreinigten die ganze Postverteilanlage. Zudem war der Inhalt der Mauspads auch recht dickflüssig und leicht klebrig, sodass die Maschinen gestoppt und aufwendig gereinigt werden mussten.

Hohe Kosten und null Spenden

Das Ganze hatte für die Non-Profit-Organisation leider auch Konsequenzen, denn das Mailing war nicht zustellbar, was keine Spendeneinnahmen bedeutete. Durch den Ausfall der Postverteilmaschine kam es auch bei anderen Kunden zu Verspätungen bei der Zustellung. Zusätzlich fielen hohe Kosten für die Putzaktion der Maschine an. Schlussendlich musste geklärt werden, wer für den Schaden haftet und die entstandenen Kosten übernimmt. Man einigte sich zwischen den Parteien schließlich auf eine Kostenteilung.

Fazit: Bei nicht alltäglichen Give-Aways empfiehlt es sich, vorgängig den ganzen Verpackungs- und Versandprozess abzuklären und zu testen.

Text: Marc-André Pradervand
Foto: Pixabay/stevepb

Der Artikel ist in der Ausgabe 6/2018 des Fundraiser-Magazins erschienen.

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