Schöner scheitern: Briefmarken statt Geldspenden

Fundraising schöner scheitern
Achtung, Rutschgefahr! Fehler passieren auch im Fundraising.

Darum geht's: Fundraising, Spenden, Deutsche Post, Briefmarken

Aus Fehlern kann man lernen, dafür muss man sie nicht alle selber machen! Das Fundraiser-Magazin stellt in der Serie „Schöner scheitern“ kleine und große Fehler von Fundraising-Aktionen vor. In diesem Fall schickte ein eifriger Spender Briefmarken statt Geld. Doch deren Markenwert war irgendwann einfach zu hoch, als dass der Verein mit ihnen etwas hätte anfangen können.

Spenderbeziehungen sind manchmal schon etwas Besonderes. Insbesondere dann, wenn in der guten Gabe gleichzeitig die Skepsis gegenüber der Vertrauenswürdigkeit des Spendenempfängers mitschwingt. So im Falle eines Fördervereins in Deutschland. Seit Jahren erhält dieser Verein unter anderem eine Spende im mittleren und hohen dreistelligen Bereich – allerdings nicht in bar oder per Überweisung, sondern in Form von postfrischen Briefmarken. Bisher war das weniger ein Problem, konnten die Marken doch im Laufe des Jahres für den Versand eingesetzt werden. Doch mit den Jahren wurden die Briefmarkenspenden immer wunderlicher.

Schöne Marken ohne Nutzwert

Waren es 2016 noch Marken mit dem Postwert 90 Cent, die man zumindest durch die Ergänzung mit anderen Marken für Großbriefe einsetzen konnte, waren es diesmal die sehr schönen Marken zum Jubiläum des Norddeutschen Bundes. Markenwert: 3,20 Euro pro Stück! „So viele internationale Sendungen oder Päckchen versenden wir gar nicht“, stellte der Geschäftsführer fest und wandte sich vertrauensvoll an seine Postfiliale, die sich allerdings außerstande sah, die Marken zumindest in eine sinnvollere Stückelung umzutauschen. Denn Briefmarken gelten zwar als Zahlungsmittel, aber im Gegensatz zum Bargeld muss niemand die Marken als Gegenwert akzeptieren.

Überraschung beim Spender

Mit schlechtem Gefühl griff der Geschäftsführer zum Telefon und rief den Briefmarkenspender an. Der Spender war selber überrascht, welche Probleme er mit seiner guten Tat verursacht hatte. Hatte er doch in den letzten Jahren immer auf die Optik und Inhalt der Marken geachtet, um kein schlechtes Bild auf den Verein zu werfen. Ein Punkt, den der Geschäftsführer im Gespräch eifrig bestätigte. Der Markenwert war dem Spender dabei allerdings nicht als schwierig in den Sinn gekommen. Gemeinsam einigte man sich darauf, sich zukünftig vor dem Briefmarkenkauf telefonisch abzustimmen, welche Markenwerte wirklich benötigt werden. Eine einfache, aber sinnvolle Lösung.

PS: Auf Bemühen des Fundraiser-Magazins kam inzwischen ein guter Kontakt zwischen dem Verein und der Deutschen Post DHL Group zustande. Die Deutsche Post tauschte aus Kulanz die Briefmarken in eine entsprechende Stückelung gängiger Werte um.

Foto: Pixabay/stevepb

Der Artikel ist in der Ausgabe 2/2018 des Fundraiser-Magazins erschienen.

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