Schöner scheitern: Beratung hat ihre Tücken

Fundraising schöner scheitern
Achtung, Rutschgefahr! Fehler passieren auch im Fundraising.

Darum geht's: Fundraising, Spenden, Beratung, Beratungsgespräch, PR

Aus Fehlern kann man lernen, dafür muss man sie nicht alle selber machen! Das Fundraiser-Magazin stellt in der Serie „Schöner scheitern“ kleine und große Fehler von Fundraising-Aktionen vor. Als Berater ist der Grat zwischen Aufwand und Kosten manchmal schmal, z.B. wenn bei der kostenlosen Erstgespräch nicht nur der Geschäftsführer, sondern gleich die halbe Belegschaft mit im Raum sitzt.

„Ihre Beratung hat aber überhaupt nichts gebracht!“ bekam ich in den Anfängen meiner Beraterzeit nicht selten zu hören. Das lag daran, dass ich nur zu-, aber nicht abgeraten hatte. Optimismus verbreiten, wenn nichts zu holen ist und die Rahmenbedingungen nicht stimmen, bringt nichts.

PR-Rundschreiben ohne Fundraising-Charakter

Zudem hatte ich es häufiger versäumt, Projekte komplett vom Anfang bis zum Ende zu begleiten. Nach meiner Beratung wurstelten die Ratsuchenden nach eigenem Gusto weiter und schoben mir den Misserfolg in die Schuhe. Das galt besonders für Mailings, die ich nur textete, deren weitere Herstellung und Nachbearbeitung ich aber aus Kostengründen nicht begleiten sollte. So wurden aus Spendenbriefen PR-Rundschreiben ohne Fundraising-Charakter, schrecklich bebildert, falsch gelayoutet, nicht zielgruppengerecht gestaltet und adressiert. Man muss die Projekte selbst zum Erfolg führen dürfen oder die Hände davon lassen.

Viel Aufwand, aber kein Auftrag

„Aber das erste Gespräch ist doch kostenlos?“ So bahnt sich eine weitere Falle für Berater an, die sich selten vermeiden lässt. Natürlich will jeder Auftraggeber zunächst einmal wissen, mit wem er oder sie es zu tun hat. An manchen unverbindlichen Beratungsgesprächen mit dem Geschäftsführer nahmen überraschend der komplette Vorstand oder alle Leitungskräfte teil. Hinterher dankte mir der Geschäftsführer und meinte, man habe ja nun genug gehört, um mit eigenen Kräften weitermachen zu können. Hätte ich zu wenig erzählt, wäre mir vermutlich Inkompetenz unterstellt worden („Ihre Kollegen haben aber schon mehr geboten.“). Also: viel Aufwand, kein Auftrag.

Text: Dr. Christoph Müllerleile
Foto: Pixabay/stevepb

Der Artikel ist in der Ausgabe 4/2018 des Fundraiser-Magazins erschienen.

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