Marketing-Automation: Ist meine NGO bereit dafür?

Mehr Spenden durch Marketing Automation
Marketing Automation gilt als der nächste Schritt im Marketing. Ist Ihre NGO bereit?

Darum geht's: Fundraising, Marketing, Marketing Automation, Online Spende, Leads generieren, Datenbank

Als Geschäftsführende oder Fundraising-Leitung haben Sie vom Buzzword „Marketing-Automation“ bereits gehört, aber Sie sind sich nicht sicher, ob das auch für Ihre Organisation nützlich sein kann? Eine Website, die für Online-Spenden optimiert ist, eine gut gepflegte Datenbank und vor allem Spaß an der Sache sind wichtige Voraussetzungen. Ist Ihre NGO bereit?

Um die Frage nach der grundsätzlichen Bereitschaft zu beantworten, bezahlen Organisationen viel Geld an Agenturen, die ihnen bei der Suche nach der Antwort behilflich sind. Damit Sie vorweg eine persönliche Einschätzung vornehmen können, haben wir Ihnen die wichtigsten Punkte hier aufgeführt.

Wichtig ist, dass Ihre Interessenten über digitale Kanäle kommen. Wenn Sie die meisten Ihrer Spendeneinnahmen noch über die Print-Mailing-Spende generieren oder auf Ihrer Website keine Möglichkeit zur Online-Spende zur Verfügung steht, ist Ihre Organisation noch nicht bereit für Marketing Automation. Dasselbe gilt auch dann, wenn nicht genügend Website-Besucher vorhanden sind.

Website mit Mehrwert

Außerdem sollte Ihre Organisation eine breite Zielgruppe ansprechen. Bei kleinen Vereinen sollte der Fokus aber zunächst darauf liegen, an Reichweite und Bekanntheit zu gewinnen, bevor der nächste Schritt – in Richtung Automation – gegangen werden kann. Wichtig ist auch, dass Sie Ihren Usern Inhalt bieten können. Und der ist bestenfalls spannend, abwechslungsreich und unterhaltsam. Sie haben nichts Spannendes zu berichten? Dann bieten Sie Ihren Usern Mehrwert! So bleibt der Leser interessiert, und Interessierte werden zu Spendern.

Moderne Datenbank

Zusätzlich sollte Ihre Datenbank bereits eine gewisse Größe haben und ist im besten Falle weder veraltet noch Excel-basiert. Ein Richtwert sind etwa 5000 Kontakte mit datenschutzkonformem Double-Opt-in. (Bei einem Double-Opt-in bestätigt der User die Eintragung für einen Newsletter nochmals per Mail.)

Sie sollten ebenfalls über einen gewissen Traffic auf Ihrer Website verfügen. Auch hier nur ein Richtwert: Sie sollten etwa 5000 Besucher monatlich auf Ihrer Seite haben.

Wissbegierige Mitarbeiter

Aber das Wichtigste ist: Sie haben Spaß daran! Denn bis Marketing-Automation vollkommen rundläuft und Ihren Mitarbeitern viel Arbeit abnimmt, ist es erstmal notwendig, Geld und Personal zu investieren. Damit sich das auch lohnt, sollten Sie und Ihre Mitarbeiter offen, wissbegierig und bereit dazu sein, sich in neue Themen einzuarbeiten.

Was ist unverzichtbar?

Wichtig ist es zu verstehen, dass es sich bei dieser Aufzählung um keine allgemeingültige Checkliste handelt. Nicht jede Organisation, die diese Kriterien erfüllt, ist bereit für Marketing-Automation. Andersrum gilt: Nicht jede Organisation, die nicht jeden Punkt erfüllt, ist ungeeignet dafür.

Leads sind Ihr Startkapital. Ist Ihre Datenbank nicht groß genug, ist es wichtig, dass Sie zunächst einmal Traffic generieren, also möglichst viele Leute dazu bringen, Ihre Seite zu besuchen. Durch spannende Inhalte und clevere Online-Vermarktung können Sie Traffic generieren und diesen zu Leads konvertieren, also zu Besuchern, die mit Ihrer Organisation interagieren. Durch Interaktionen (beispielsweise einer Anmeldung zum Newsletter oder die Unterzeichnung einer Petition) wächst Ihre Datenbank datenschutzkonform. Generieren Sie die meisten Spenden noch über Printmailings, ist es unbedingt nötig, dass Sie Ihre Website für Online-Spenden optimieren.

Spender individuell erreichen

Bei der zielgruppengerechten Ansprache gilt prinzipiell: Potenzielle und reelle Spender müssen abgestimmte Inhalte zum richtigen Zeitpunkt über für sie geeignete Kanäle erhalten, um die individuelle Motivation anzuregen. So machen Sie Interessierte zu Spendern und Spender bleiben interessiert. Jene Organisationen, die es schaffen, an den Kosten zu sparen und die Spender mit einer optimalen Automation zielgruppenspezifisch, individuell und unmittelbar zu erreichen, werden zukünftig erfolgreich sein. So können Sie Ihre wertvollen Ressourcen dort einsetzen, wo sie am nötigsten gebraucht werden.

Text: Stephanie Späth
Foto: AdobeStock/puhhha

Der Artikel ist in der Ausgabe 3/2019 des Fundraiser-Magazins erschienen.

Zurück

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Sinus-Milieus – mit Zielgruppendaten Leben retten

DRF Luftrettung gewinnt mehr Spender durch Sinus Milieus

Kenntnisse über die eigene Zielgruppe spielen eine wichtige Rolle für erfolgreiches Fundraising. Anhand der sogenannten Sinus-Milieus, die vor allem Auskunft über Einstellungen und Lebensweisen geben, können potenzielle Spender und Förderer viel genauer ausgewählt und angesprochen werden. Wie gut das funktioniert, zeigt das Beispiel der DRF Luftrettung.

[...]

Schöner scheitern mit Pressearbeit und Katzenfotos

Fundraising schöner scheitern

Aus Fehlern kann man lernen, dafür muss man sie nicht alle selber machen! Das Fundraiser-Magazin stellt in der Serie „Schöner scheitern“ kleine und große Fehler von Fundraising-Aktionen vor. So ist es oft keine gute Idee, sich der Presse gegenüber in Schweigen zu hüllen. Und auch hochwertige Fotos können manchmal tückisch sein.

[...]

Kreativ und frei: Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

Zukunft der Arbeit EU Bildungstechnologie SELFIE

Die Menschen der Zukunft werden freier, kreativer arbeiten als wir heute. Doch neues Arbeiten erfordert neues Lernen! Ein Plädoyer für die Förderung von Kreativität und Technologie im Bildungssystem. Martin Meusburger, Head of Sales bei Dropbox Business, spricht sich für ein neues Verhältnis Arbeit und Lernen aus. Dieser Wandel geht auch am Fundraising nicht vorbei.

[...]

Swissfundraising Day: Branchentreffen in Bern

Swissfundraising Day in Bern Swissfundraising Awards

Zum elften Mal fand am 20. Juni der Swissfundraising Day statt. Austragungsort war wie auch schon in den letzten Jahren der Kursaal Bern. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die „Swissfundraising Awards“ vergeben. Katja Prescher, Schweiz-Korrespondentin des Fundraiser-Magazins, war dabei und hat die wichtigsten Fakten und Infos zusammengestellt

[...]

Zielgruppen ansprechen mit Content-Strategie und Storytelling

Content Strategie und Storytelling im Fundraising

Immer mehr Informationen machen es Fundraisern nicht leicht, sich bei ihren relevanten Zielgruppen Gehör zu verschaffen. Werbebotschaften sind überall, aber nur Emotionen überleben. Es kommt darauf an, digitales Marketing in dieser Informationsflut richtig einzusetzen, zum Beispiel über Storytelling und eine passende Content-Strategie. Darauf kommt es dabei an.

[...]

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Matomo“ (ehemals Piwik). Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...