Hilfe aus staatlichen Töpfen: Fördermittel erfolgreich beantragen

Unterstützung gibt es aus verschiedenen Fördertöpfen
Unterstützung gibt es aus verschiedenen Fördertöpfen

Darum geht‘s: Fördermittel, Eigenmittel, Förderdatenbank, Finanzplan

Spenden und Sponsoring sind nicht die einzigen Methoden, Mittel für den guten Zweck zu beschaffen. Viele Projekte kommen nur durch staatliche Förderung zustande. Wer erfolgreich Fördermittel einwerben will, sollte wissen, welche Töpfe es dafür gibt – und worauf die Förderer Wert legen.

Bis zu 30 Milliarden Euro werden in Deutschland jährlich an Fördermitteln vergeben, rechnet Torsten Schmotz vor. Der Gründer und Inhaber der Agentur Förderlotse sagt: „Im Vergleich zu Spenden und Sponsoring sind Fördermittel mit Abstand der Bereich, in dem es am meisten zu holen gibt.“ Hier genauer hinzuschauen, lohnt sich für gemeinnützige Initiativen also auf jeden Fall. Doch wie kommt eine Organisation an die passende Förderung für ihr Projekt? „Je konkreter das Konzept ist, umso leichter lässt sich ein Fördertopf finden“, sagt Schmotz. Dafür sollten die Initiatoren zunächst die folgenden Fragen beantworten: Was soll mit dem Projekt konkret erreicht werden? An welche Zielgruppe richtet sich das Vorhaben? Wie viele Eigenmittel und wie viel Erfahrung bringt die Organisation mit? Steht das Konzept dann fest, kann die Suche nach den Fördermitteln beginnen.

Förderdatenbanken und Medienfonds

Eine gute Quelle ist die Förderdatenbank des Wirtschaftsministeriums: Dort können Organisationen nach Projektmitteln suchen – unterteilt nach Land, Bund und EU oder nach dem Förderzweck. Andere Datenbanken listen Stiftungen auf oder widmen sich bestimmten Themen wie der Umweltförderung. „Ich empfehle immer, zuerst in der näheren Umgebung zu suchen“, sagt Claire Grauer, die Vereine bei der Akquise von Fördermitteln berät. Bevor sie sich um Landes- oder Bundesmittel bewerben, sollten sich Initiativen auf kommunaler und städtischer Ebene umsehen.

Neben der öffentlichen Hand und Stiftungen gibt es noch weitere Geldquellen: „Fördermittel können auch bei Medienfonds beantragt werden“, weiß Schmotz. Das sind etwa die „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks oder die Aktion „Ein Herz für Kinder“. Gemeinsam ist den Fonds, dass sie zwar Spenden einwerben, aber keine eigenen Projekte betreiben und darum auf externe Anfragen warten. „Auf lokaler Ebene treten auch Sparkassen und Raiffeisenbanken häufig als Förderer auf.“ Auch die Landeslotterien unterstützen gemeinnützige Projekte.

Förderanträge: Formale Vorgaben einhalten

Als Nächstes sollte geprüft werden, wer bei einem bestimmten Förderprogramm überhaupt einen Antrag stellen darf, erläutert der Experte. „70 Prozent aller Förderquellen unterstützen nur regionale Projekte.“ Darüber hinaus muss der Antragsteller oft noch weitere Auflagen erfüllen, wie etwa gemeinnützig zu sein oder ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Der Verein sollte seine Anfrage außerdem auf den jeweiligen Förderer zuschneiden. „Der schlimmste Fehler besteht darin, einen Serienbrief zu schreiben.“

Auch Grauer empfiehlt, das Anschreiben auf den Geldgeber abzustimmen – ähnlich wie eine Bewerbung auf die Stellenanzeige. „Wenn nicht explizit um Brief- oder E-Mail-Kontakt gebeten wird, würde ich immer zuerst anrufen.“ Auf diese Weise lassen sich noch einmal wichtige Details erfragen. Die zentralen Schlagworte aus den Förderbedingungen sollten dann auch im Antrag auftauchen. „Der telefonische Kontakt ist oft erfolgsentscheidend“, bestätigt Schmotz. Im lokalen Umfeld bietet sich auch ein persönliches Treffen an. „Auch Referenzen und Empfehlungen sind immer hilfreich.“

Zunächst einmal sollte jedoch die Form stimmen: „Fast die Hälfte aller Anträge scheitert an formalen Vorgaben“, warnt Schmotz. Mitunter wird ein Antrag nur deshalb abgelehnt, weil jemand anderes als der unterschriftsberechtigte Vorstand unterschrieben hat. Ein Fehler, der sich leicht vermeiden lässt. „In der Regel werden auch keine Projekte gefördert, die bereits begonnen haben oder beginnen, während der Antrag noch läuft.“ Der Projektantrag sollte daher genügend zeitlichen Vorlauf haben.

Finanzielle Eigenbeteiligung ist die Regel

„Ich schaue bei einem Klienten zuerst darauf, was bereits vorhanden ist“, sagt Grauer. Gibt es nur eine vage Idee oder schon ein Exposé und einen Finanzierungsplan? „Das ist auch das, wonach die Geldgeber zuerst fragen.“ Generell gilt: Je höher die Fördermittel, desto detaillierter sollte der Finanzplan sein. Doch auch bei kleineren Summen, zum Beispiel für die Förderung einer Veranstaltung, sollten im Finanzplan mehrere Unterposten aufgeführt werden. „Umfangreiche Anhänge oder Baupläne schrecken aber nur ab, anfangs genügen zwei knapp gehaltene Seiten vollauf.“

Die meisten Fördermittel werden in Form von projektbezogenen Zuschüssen gewährt, sie setzen in der Regel eine finanzielle Eigenbeteiligung des Vereins voraus – etwa aus Sponsoring-Einnahmen oder Mitgliedsbeiträgen. „Kaum ein Geldgeber unterstützt 100 Prozent eines Projektes“, sagt Schmotz. Personalkosten werden nur übernommen, wenn sie durch das Fördervorhaben entstehen. Aus dem Antrag sollte daher hervorgehen, dass es sich um eine zusätzliche Projektstelle handelt, die über die normale Vereinsarbeit hinausgeht.

Text: Peter Neitzsch
Foto: chalabala/AdobeStock

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