Böser Spender? – Umfrage für Fundraiser

Umfrage für Fundraiser zum Verhalten von Spendern
Heather Hill leitet die Umfrage zum Verhalten von Spendern.

Darum geht's: Fundraising, Spender, Rogare, Umfrage, Spenderverhalten, Ian MacQuillin

Der Fundraising-Thinktank Rogare der Plymouth-Universität führt eine Umfrage zu Spender-Dominanz durch. Die weltweite Befragung unter Fundraisern will eventuelle Ungleichheiten in den Machtverhältnissen zwischen Spendern und NGOs beleuchten. Gefragt sind Erfahrungen aller Fundraiser, vor allem auch von jenen, die bislang keine negativen Erfahrungen gemacht haben.

Welche Kompromisse geht eine NGO oder gar ein einzelner Fundraiser ein, um eine Spende zu erhalten? Wie leicht kippt das Kräfteverhältnis in Richtung des Spenders? Der Thinktank Rogare der Universität Plymouth unter Leitung von Ian MacQuillin will genau diesen Bereich beleuchten.

Geleitet wird die Umfrage von Heather Hill (Foto) vom Rogare International Advisor Panel in New York: „Eigentlich heißt es ja, im Fundraising solle man immer den Spender ins Zentrum allen Handelns stellen. Diese Prämisse formt auch unsere ethischen Ansätze. Wenn sich aber ein Spender ganz eindeutig unangemessen verhält, entsteht die Frage, wie sich ein Fundraiser verhalten soll, wenn eben die Wünsche des Spenders vorrangig sein sollen. Ich denke, wir leben hier eine Tendenz, dieses Problem zu ignorieren oder es unter den Teppich zu kehren, statt dem Spender zu sagen, dass sein Verhalten inakzeptabel ist.“

Welches Verhalten ist angemessen?

Inwiefern das Verhalten eines Spenders unangemessen ist, ist natürlich relativ und von der jeweiligen Situation abhängig. Die Ausprägung kann auch entsprechend unterschiedlich ausfallen: Ein Spender könnte Druck auf die Arbeit einer NGO ausüben, um möglicherweise konkrete Projekte nach eigenen Vorstellungen zu beeinflussen. Ebenso nicht auszuschließen wäre das Beharren auf individuelle Leistungen oder Ansprüche, Versuche einer Einflussnahme auf die berufliche Entwicklung eines Fundraisers bis hin zu sexueller Belästigung.

Jeder Fundraiser ist angesprochen

Welche Erfahrungen haben Sie als Fundraiser oder Ihre NGO in dieser Hinsicht bislang gemacht? Die Umfrage läuft aktuell noch ohne zeitliche Begrenzung. Erste Ergebnisse sollen Ende März im Rahmen der „Association of Fundraising Professionals International Conference“ in San Antonio (Texas) vorgestellt werden. Entscheidend ist bei dieser Umfrage, dass nicht nur diejenigen unter den Fundraisern angesprochen werden sollen, die diesbezüglich negative Erfahrungen gemacht haben. Jeder ist zur Teilnahme eingeladen. Am Ende soll deutlich werden, ob dieser Aspekt im Alltag eines Fundraisers überhaupt von Bedeutung ist. Möglicherweise zeigen die Ergebnisse ja ein eher entspanntes Bild.

Hier geht’s zur Umfrage zum Spenderverhalten.

Text: Rico Stehfest
Foto: PR

Zurück

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Berliner Sozialamt rechnet Spenden gegen Wohngeld auf

Ausgabe von Tafelspenden in Berlin Tempelhof

Dass es im reichen Deutschland Tafeln geben muss, ist eigentlich schon ein Skandal. Doch das Berliner Sozialamt ging noch einen Schritt weiter. Es berechnete einem Wohngeld-Antragsteller Tafelspenden als Einkommen und lehnte den Antrag deswegen ab.

[...]

Wie komme ich zu einer effizienten Donor Journey?

Zielgerichtete Donor Journey: Wie das funktionieren kann, zeigt dieses Beispiel.

Viele reden von digitaler Kommunikation. Doch um das zu bewerkstelligen, müssen erst einmal Ziele und bisherigen Aktivitäten analysiert werden. Danach kann eine zielgerichtete Donor Journey entstehen. Wie das funktionieren kann, zeigt dieses Beispiel.

[...]

Schöner scheitern: große Kosten statt große Spenden

Fundraising schöner scheitern

Aus Fehlern kann man lernen, dafür muss man sie nicht alle selber machen! Das Fundraiser-Magazin stellt in der Serie „Schöner scheitern“ kleine und große Fehler von Fundraising-Aktionen vor. Diesmal führte eine simple Excel-Tabelle zwar zu großen Kosten, aber nicht wie geplant zu großen Spenden. Die betreffende Fundraiserin will dabei ihren Namen lieber nicht nennen.

[...]

Mit Herz, Hirn und Hand: erfolgreiche Spendenbriefe schreiben

Storytelling richtig gemacht im Spendenbrief

Wollen Sie eine Handlung auslösen und jemanden zum Spenden bewegen, sind die richtigen Worte entscheidend. Mit ihnen erreichen Sie das Ja zu Ihrem Kommunikationsziel. Dabei kommt es nicht nur auf die Geschichte selbst an, sondern auch, wie Sie sie erzählen. Was eine gute Story ausmacht, wie sie aufgebaut sein sollte und welche Inhalte auf keinen Fall fehlen sollten.

[...]

Kennzahlen und Benchmarks – keine Angst vor Vergleichen

Kennzahlen sind auch für NPOs eine gute Orientierung.

Aktuelle Zahlen können Non-Profit-Organisationen als Orientierung bei externen Vergleichen dienen. Aber welche sind sinnvoll und wo gibt es aussagefähige Daten, die NPO nutzen können? Sara Stühlinger vom Center for Philanthropy Studies (CEPS) an der Uni Basel erklärt am Beispiel der Schweiz, welche Kennzahlen relevant sind, wo man sie findet und wie sie interpretiert werden.

[...]

Schöner scheitern durch kollektives Schweigen

Fundraising schöner scheitern

Aus Fehlern kann man lernen, dafür muss man sie nicht alle selber machen! Das Fundraiser-Magazin stellt in der Serie „Schöner scheitern“ kleine und große Fehler von Fundraising-Aktionen vor. Dass die Probleme einer einzelnen Kollegin ein ganzes Team in Mitleidenschaft ziehen können, zeigt die folgende Situation. Der Autor will dabei lieber anonym bleiben.

[...]

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Matomo“ (ehemals Piwik). Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...