„Der Zweck sollte eben nicht die Mittel heiligen.“

Ein Kommentar von Rico Stehfest

Von der Ice Bucket Challenge kann man halten, was man will. Ihre PR-Wirkung kann man allerdings genau so wenig kleinreden wie den damit verbundenen Spendenerfolg. Bezweifeln darf man allerdings, inwiefern die Aktion tatsächlich ein erhöhtes Bewusstsein für die bis dato weitgehend unbekannte Krankheit ALS gebracht hat. Klar ist in jedem Fall, dass ein solch durchschlagender Erfolg Nachahmer auf den Plan ruft. Nur lässt sich ein Erfolgsrezept bekanntlich nicht einfach so kopieren. Eine ungewöhnliche Idee ist nicht gleich eine gute Idee. Das zeigt auch der „Movember“, im Rahmen dessen sich Männer im November nicht rasieren, um die Problematik Prostatakrebs ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu heben. „Erfolg“ hat die Sache bislang durch einen gewissen kuriosen Nachrichtenwert. Die Zahl der tatsächlichen „Unterstützer“ bleibt fraglich. Und warum? Weil grundsätzlich zwischen Bart und Prostatakrebs erst mal kein Zusammenhang ersichtlich ist? Oder weil heute eh jeder Bart trägt?
Und jetzt noch das: Laut der Kampagne #PolishedMan sollen wir uns einen einzelnen Fingernagel lackieren, um damit gegen Kindesmissbrauch zu demonstrieren. Eine schöne „Story“ hat es dabei natürlich auch, die erklärt, wie es zu der Idee mit dem Nagellack kam. Und Spenden sollen damit natürlich gesammelt werden. Ein hehrer Zweck, zweifelsfrei. Nur hat sich Nagellack bei Männern ja auch schon vor Jahren etabliert. PR-Arbeit sollte zwar den Beteiligten Spaß machen, aber ernst nehmen muss man es trotzdem können.

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