Datenkrake Finanzministerium Österreich

Kommentar zur automatischen Übermittlung von Spenderdaten in Österreich

Vorgestern hat der Nationalrat Österreichs beschlossen, das ab 2017 spendenbegünstigte Organisationen Daten ihrer Spender an das Finanzamt automatisch weiterleiten müssen. 

Ein Kommentar von Matthias Daberstiel

Wumms, das hat gesessen. Das Finanzministerium Östereichs hat sich knallhart durchgesetzt und nun dürfen die Spendenorgansiationen Österreichs neben dem Namen und der Spendenhöhe auch noch das Geburtsdatum ihrer Spender erfassen, damit diese eine Spendenbegünstigung automatisch auf ihre Lohnsteuerbescheinigung gutgeschrieben bekommen.

Bürokratieabbau in der Finanzverwaltung? In Deutschland würde man jubeln. Doch den Kollegen in den Spendenorganisationen Österreichs ist es eher elend. Der Investitionsbedarf um diese automatische Übermittlung an die Finanzverwaltung zu liefern, ist riesig. Die Kosten tragen die Organisationen, was die Verwaltungskosten treiben wird. Und dann kommt dazu noch der vorprogrammierte Ärger mit den Spendern. Denn wer gibt schon in diesen Zeiten für eine Kleinspende sein echtes Geburtsdatum an? Nur ohne wird es keine Steuerbegünstigung geben. Beim Finanzministerium wird deswegen kaum einer nachfragen, denn die Organisationen sind ja für die Übermittlung und Korrektheit dieser Daten zuständig. Also werden in den Spenderverwaltungen ab 2017 die Drähte glühen, wenn die Regelung in Kraft tritt. 

Wieder einmal wird staatliches Verwaltungshandeln unter de Deckmäntelchen des Bürokratieabbaus einfach auf Spendenorganisationen abgeladen. Denn Zuschüsse für Technik und Investitionen wird es nicht geben. Doch bietet das Gesetz auch eine Chance auf mehr Spenden, wie es der Sprecher des Finanzministerums glauben machen will? Wohl kaum, denn das Geburtsdatum ist eine hohe Hürde. Die Spendenorganisationen sollten sich in Ihrer Kommunikation gut vom Finanzministerium abgrenzen um sich Ihr gutes Image nicht als verlängerter Arm des Fiskus und als Datenkrake zu versauen. Den schwarzen Peter verdient einzig Finanzminster Hans Jörg Schelling.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag des Autors.

Foto: Wikipedia

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