Louise Driver über Fundraising-Trends in Südafrika

files/aktuelles/aktuelle_nachrichten/2014/02_Februar/10_Louise Driver_CEO of the Children's Hospital Trust.jpgLouise Driver, Geschäftsführerin des Children’s Hospital Trust (CHT) in Südafrika, wurde unter anderem als „Southern Africa Fundraiser of the Year 2013” und als „Global Fundraiser of the Year 2013“ ausgezeichnet. Im Interview spricht sie über die Fundraising-Trends in Südafrika und den Erfolg ihrer Fundraising-Strategie. Das ausführliche Interview finden Sie im aktuellen Fundraiser Magazin.

Sie haben ihre Diplomarbeit über das Marketing von Non-Profit-Organisationen verfasst. Wie sehen Sie die Entwicklung des Fundraisings in Südafrika während der letzten Jahrzehnte? Was sind die Trends?
Die Trends liegen in der Finanzierung durch Unternehmen. Südafrika hatte einige rechtliche Vorschriften, nach denen Unternehmen Teile ihres Profits für soziale Investments oder NPOs abgeben mussten. Es gibt eine Tendenz weg von diesem Trend. Unternehmen sind jetzt eher interessiert daran, ihre Marketing-Ziele mit Non-Profit-Organisation zu verknüpfen in Form von Cause-Related-Marketing. Sie nutzen die Sache, um ihr Produkt zu verkaufen und um zu zeigen, dass das Unternehmen sozial aktiv ist und der Gesellschaft hilft, in der es arbeitet. Die Frage ist: Wie können wir ihnen dabei helfen ihr Produkt zu verkaufen, wenn sie mit unserer Sache werben?

Gibt es weitere Trends, die Sie gerne erwähnen würden?
Es gibt noch einen weiteren großen Trend: Internationale Investoren wollen kaum noch für Südafrika spenden, weil sie es als das reiche Land in Afrika wahrnehmen. Sie investieren eher in andere Länder Afrikas. Das Problem dabei ist, dass viele Organisationen, wie auch wir, eigentlich in ganz Afrika aktiv sind und Mittel aus Südafrika für andere Länder handhaben oder kanalisieren.
Zudem wurde der gesamte Sektor professioneller, wirtschaftlicher und kompetitiver, da es über 100.000 NPOs in Südafrika gibt, die nach einem begrenzten Pool an Mitteln streben. Gerade deswegen gibt es einen starken Fokus auf die Steuerung von NPOs. Viele der kleineren Organisationen mussten sogar ihre Arbeit einstellen, und das alles passierte während der vergangenen Jahre in Folge des globalen Abschwungs. Es war eine große Herausforderung, besonders für kleinere Organisationen, die ihre Tätigkeit nicht weiter erhalten konnten.

Haben diese Trends auch einen Einfluss auf Ihr Fundraising?
Der Schlüssel zu unserem Erfolg sind unsere Beziehungsarbeit und unser Fokus auf Öffentlichkeit und Marketing. Wir bemerken immer wieder, dass die Menschen uns beobachten. Wenn wir mit jemandem sprechen, kennt er uns also häufig schon. Das hilft uns dabei genügend Unterstützer zu finden. Ich bin also sicher, dass die kommenden Jahre weniger fordernd sein werden als die vergangenen, dank unserer konstanten Bemühung, Spender zu kultivieren.

Vita

Louise Driver ist Geschäftsführerin des Children’s Hospital Trust (CHT) in Kapstadt und engagiert sich als Fundraiserin für das Red Cross War Memorial Children’s Hospital und für die Gesundheitsfürsorge für Kinder in der Provinz Western Cape. Für das CHT ist sie seit mehr als drei Jahren tätig. Seit über 20 Jahren hat sie Erfahrungen im Wirtschafts- und Entwicklungs-Bereich gesammelt. 2012 gewann sie den Regional Businesswoman of the Year Award in der Kategorie „Social Development“. Am „South African Institute of Fundraising” gewann Driver 2013 den Preis „Southern Africa Fundraiser of the Year” und von der Resource Alliance wurde sie im selben Jahr als „Global Fundraiser of the Year” ausgezeichnet.

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