„Ich begeistere Menschen, zu helfen.“

Monika Willich, Fundraiser-Magazin 5/2013

Monika Willich

Monika Willich ver­ant­wor­tet seit 2005 in der Zentrale des Malteser Hilfs­diens­tes in Köln das pri­vate Groß­spender- und das Nachlassfund­rai­sing. Sie wuchs in einer ka­tho­li­schen Kauf­manns­familie in Duis­burg auf und ver­dien­te sich ihr Studium der Er­zie­hungs­wis­sen­schaf­ten in der Altenpflege. Als Re­fe­ren­tin unter an­de­rem beim Diakonischen Werk und der Düs­sel­dor­fer Graf-Recke-Stiftung engagierte sie sich zu­neh­mend als Fundraiserin. Private und be­ruf­liche Rei­sen führten sie nach Malawi, Tansania, Süd­sudan, Ugan­da, Malaysia und Guatemala. Ausge­bil­det an der Fundraising-Akademie unterrichtet sie dort auch als Dozentin. Der persönliche Kontakt zu „ihren“ Spendern und die Auslandsprojekte sind ihre Triebfedern.

 

Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Was wollten Sie als Kind werden?
Tierforscherin und mit Bernhard Grzimek auf Reisen gehen. (Er war übrigens ein grandioser Fundraiser!)

Was würden Sie als Unwort des Jahres vorschlagen?
Menschenmaterial.

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Bildungspolitik und Armutsbekämpfung weltweit.

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Orden ??? Anerkennung verdient jeder, der sich aufrichtig und ohne Selbstverliebtheit für das Gute einsetzt.

Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
In der Eifel miete ich regelmäßig ein gemütliches Holzhaus. Mein „Zweitwohnsitz“!

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Vier Wochen lang wäre ich gern ein Adler. (Ob allerdings die Feldmäuse schmecken?)

Wie lautet Ihr Fundraising-Motto?
Ich begeistere Menschen, heute und über Lebzeiten hinaus zu helfen.

Ihre Helden in der Geschichte?
Franz von Assisi und Dietrich Bonhoeffer. Sie lebten, was sie glaubten.

Ihre Helden in der Gegenwart?
Margot Käßmann. Und ebenso die Bäckersfrau, die abends Brot ins Asylbewerberheim bringt.

Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen?
Demokratie und Menschenrechte!

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die Aufklärung und die Einführung der Schulpflicht in Europa. Analphabeten, die Armut für Gottes Wille halten und von Familienplanung soviel verstehen, wie ich von der Relativitätstheorie, haben kaum Chancen im Leben. In vielen bitterarmen Regionen der Welt ist dies leider immer noch so, ganz besonders für Frauen.

Worüber können Sie lachen?
Über mich, den Mann an meiner Seite und mit allen, die sich selbst nicht zu wichtig nehmen.

Wann hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Wo Mitmenschen absichtlich Anderen Leid zufügen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Fehler, die jemand offen und ehrlich eingesteht und anschließend die Konsequenzen trägt.

Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
Willich? Bei Wikipedia steht: Stadt am Niederrhein mit rd. 50 000 Einwohnern. Gut so.

 

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