Fragebogen: „Für Online-Spenden müssen keine Bäume gefällt werden.“

Florian Nöll, Fundraiser-Magazin 2/2012

Florian Nöll

Florian Nöll gründete im Alter von 15 Jahren seine erste Firma für Webdesign und Computerhardware. Heute ist der Wahlberliner Geschäftsführer für Marketing und Kommunikation der spendino GmbH. Der studierte Betriebswirtschaftler blickt auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Internet- und IT-Welt zurück. Seine Expertise umfasst die Bereiche SMS- und Online-Fundraising und die Integration in den Fundraising-Mix.

www.spendino.de


Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?

Nur wer losläuft kann ankommen!

Was wollten Sie als Kind werden?
Häuptling.

Was würden Sie für das Unwort des Jahres vorschlagen?
Ehrensold.

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Die Föderalismusreform III, wenn sie eine zentralisierte Bildungs- und Steuerpolitik beinhaltet.

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Professor Günter Faltin für sein Entrepreneurship Engagement. Er hat durch sein Modell „Gründen aus Komponenten“ auch vielen Gründern im Social Business neue Wege aufgezeigt.

Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
Wenn ich einen Zweitwohnsitz wählen müsste, würde ich mich für Städte entscheiden, die in Bewegung sind und ähnlich vielfältige Möglichkeiten bieten wie meine Wahlheimat Berlin. In Europa ist das für mich Prag. Eine Stadt, die sich in den vergangenen Jahren stark verändert hat, ohne dabei ihr einzigartiges Flair zu verlieren. International gesehen wäre mein Wunsch-Zweitwohnsitz ganz klar New York.

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Spontan denke ich sofort an Richard Branson. Für mich eine der Unternehmerpersönlichkeiten unserer Zeit und unbestritten ein Seriengründer, der es immer wieder geschafft hat, neue Ideen erfolgreich am Markt zu platzieren. Zudem ist er einer der Unternehmer, die ihre Fähigkeiten und ihren Namen auch nutzen, um sozialen und ökologischen Herausforderungen zu begegnen.

Wie lautet Ihr Fundraising-Motto?
Die Fundraising-Zukunft ist digital und schon deshalb erstrebenswert, weil für Online-Spenden keine Bäume gefällt werden müssen.

Ihre Helden in der Geschichte?
Eine Heldin ist Margarete Steiff. Sie war eine bemerkenswerte Frau, die trotz der damaligen Zeit und ihrer Behinderung Großes geleistet hat. Alle haben ihr gesagt, sie könnte das nicht, aber sie hat sich nicht beirren lassen. Zudem schenken ihre Produkte noch heute überall auf der Welt den Kindern Freude, was ich als eine beeindruckende Leistung empfinde.

Ihre Helden in der Gegenwart?
Tawakkul Karman beeindruckt mich, genau wie alle Demonstranten und Aktivisten, die oft unter Einsatz ihres Lebens versuchen, mehr Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung zu erreichen.

Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen?
Alles, was das Leistungsprinzip fördert, und ein ehrliches Gesundheitssystem.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse.

Worüber können Sie lachen?
Über mich selbst.

Wo hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Bei Verantwortungslosigkeit. Jeder trägt Verantwortung mit sich, ob im Beruf, gegenüber der eigenen Familie oder auch gegenüber der Gesellschaft. Ich bin der festen Überzeugung, dass es viele Probleme nicht gäbe, wenn jeder für sein Handeln und seine Entscheidungen die Verantwortung übernehmen würde, statt diese auf andere zu schieben.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Jeden Fehler, der nur einmal gemacht wird. Fehler werden gemacht, wichtig ist, dass man aus ihnen lernt und sie nicht wiederholt.

Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
… hat den Spendenbrief abgeschafft.

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