Chris Lohner: Man kann nicht die ganze Welt retten, aber Einzelschicksale erleichtern!

Chris Lohner, Fundraiser-Magazin 6/2012

Chris Lohner

„Helfen Sie bitte, es lohnt sich! Danke.“ Mit diesen Worten pflegt Chris Lohner für die Aktion Licht für die Welt in Österreich ihre Spendenbitte vorzutragen. Die in Österreich sehr bekannte Moderatorin und Schauspielerin erhielt im Oktober vom Fundraisingverband Austria den Award „Fundraiserin des Jahres 2012“ verliehen.

Seit elf Jahren unterstützt die Stimme Österreichs, die einen auf jedem Bahnhof als Durchsage freund­lich begrüßt, die Aktion Licht für die Welt – Chris­toffel Entwicklungszusammenarbeit. Dieses Sen­dungs­be­wußt­sein überträgt die gebürtige Wienerin auch auf ihre ehrenamtliche Arbeit als Botschafterin. Nicht nur, dass sie in den letzten Jahren viele private Events zum Spendensammeln nutzte und 30 000 Euro zu­sam­menbrachte – sie gewinnt auch viele Spender. Be­ein­druckende 200 000 Euro an Spenden wurden durch sie vermittelt und 3 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Dabei nimmt sie sich als Promi eher zurück, zahlt auch die Flüge nach Afrika aus der eigenen Tasche. Ihre erste Reaktion auf den angetragenen Preis war daher schon Programm: „Wieso bekomme ich das?“ In der Laudatio wurde sie besonders für ihre Fähigkeit gelobt, Menschen persönlich, auch mit einer gewissen Hartnäckigkeit anzusprechen.

 

Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Carpe diem und: Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

Was wollten Sie als Kind werden?
Schauspielerin.

Was würden Sie als Unwort des Jahres vorschlagen?
Untersuchungsausschuss.

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Eine bessere und effiziente Behandlung der Emigranten in Österreich.

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Nur jemanden, der effektiv etwas geleistet hat.

Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
Am Meer.

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit meinem Hundemädchen Shirley.

Wie lautet Ihr Fundraising-Motto?
Man kann nicht die ganze Welt retten, aber Einzelschicksale erleichtern!

Ihre Helden in der Geschichte?
Gandhi.

Ihre Helden in der Gegenwart?
Die Frauen, die in den Supermärkten an der Kasse sitzen.

Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen?
Die Eheschließung für homosexuelle Paare auf der ganzen Welt.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Staat und Kirche zu trennen.

Worüber können Sie lachen?
Am liebsten über mich selbst.

Wann hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Wenn es die Würde anderer Menschen verletzt.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Die, die ich auch bei mir sehe.

Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
Sie hat eine Spur in Afrika hinterlassen.

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