UK Giving Report 2017: Kein Spendenrückgang durch BREXIT

Verteilung des Spendenvolumens nach Spendenzwecken in Großbritannien 2016
Verteilung des Spendenvolumens nach Spendenzwecken in Großbritannien 2016

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Die Charities Aid Foundation (CAF) veröffentlicht seit 2004 den "UK Giving report". Der aktuelle Report zeigt, dass der Brexit keine negativen Auswirkungen auf das Spendenverhalten hatte. Im Gegenteil, Menschen die sich an der Abstimmung über den EU-Austritt beteiligten, waren signifikant spendenfreudiger als Abstimmungsmuffel.

Trotz der umwälzenden politischen Ereignisse letztes Jahr in Großbritannien und der damit verbundenen Unsicherheit des Königreichs, haben sich die Spenderinnen und Spender nicht lumpen lassen und nach Schätzung der Charities Aid Foundation (CAF) 9,7 Milliarden Pfund an gemeinnützige Organisationen gespendet. Zu diesem Schluss kommt der "UK Giving Report" der Stiftung.

Fast zwei Drittel der Briten spenden Geld

Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Anzahl der Menschen, die sich karitativ betätigen sogar noch gestiegen. Fast 9 von 10 Briten (89 Prozent) über 16 Jahre gaben an, sich gemeinnützig oder durch Spenden engagiert zu haben. Der Anteil der Spender liegt bei 61 Prozent. 56 Prozent gaben Sachspenden an Wohltätigkeitsorganisationen und jeder Sechste (17 Prozent) engagierte sich ehrenamtlich.

BREXIT noch ohne Konsequenzen

Die BREXIT-Abstimmung hatte keine negativen Auswirkungen zu Folge. Der Vorstand der CAF, John Low stellte fest: "Unsere Forschung zeigt, dass es bisher keine Brexit-Wirkung auf Spendengelder gibt, aber es gab eine spürbare Zunahme der Menschen, die sich mit sozialen und politischen Fragen befassen. Die Anzahl der Menschen, die sagten, dass sie eine Petition unterzeichnet haben oder an einem Protest oder einer Demonstration im vergangenen Jahr teilgenommen haben, sind die höchsten, die in einem Jahrzehnt von uns, gemessen wurden."

Immerhin 56 Prozent der britischen Erwachsenen unterzeichneten 2016 eine Petition. 3 Millionen Menschen beteiligten sich an einer öffentlichen Demonstration oder einem Protest. Personen, die im EU-Referendum abstimmten, egal ob für den Verbleib (93 Prozent) oder den Austritt (87 Prozent) aus der EU, spendeten eher an Wohltätigkeitsorganisation als diejenigen, die der Wahl fernblieben (82 Prozent).

Höchste Spendenhäufigkeit: Medizin

Am häufigsten spendeten die Briten 2016 mit 26 Prozent für die medizinische Forschung. 22 Prozent der Briten spendeten für Kliniken und Hospize. Damit sind Spenden für medizinische Themen weit vorn. Ebenfalls häufig: Spenden für Kinder und Jugendliche (24m Prozent) und Tierschutz (25 %). Den größten Anteil vom Spendenkuchen erhalten aber immer noch die religiösen Organisationen mit 20 Prozent (siehe Bild). Dies liegt auch an der hohen Durchschnittsspende von 60 Pfund. Die britische Durchschnittsspende liegt nur bei 18 Pfund. Bargeld ist dabei immer noch der häufigste Weg. immerhin 58 Prozent der Menschen spenden so. Etwa jeder vierte (26%) spendete bereits online.

Kampagnen vor Weihnachten sehr wirksam

Der wichtigste Spendenmonat ist im britischen Königreich der November. 41 Prozent der Befragten gaben an, in dem Monat gespendet zu haben. Verantwortlich dafür sind auch Kampagnen wie beispielsweise "Children in Need", "Poppy-Appeal" und "Movember" die in der Zeit ihren Höhepunkt haben. Der Dezember steht mit 38 Prozent aber kaum nach. Hier spielten die Weihnachtskampagnen aber auch der "Giving Tuesday" eine größere Rolle.

Die Stiftung Charity Aid Foundation ist eine der größten gemeinnützigen Stiftungen Europas. Die diesjährige UK Giving Umfrage hatte mit 8.000 Befragten doppelt so viele Interviews wie im Vorjahr und wurde online von YouGov durchgeführt.

Mehr zum Report finden Sie hier: CAF Giving UK 2017

Text: MD, Foto: CAF

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