Neue Entwicklungen im Fundraising – volles Haus beim Buchevent

Buchevent in Zürich Michael Urselmann
Standardwerk von Michael Urselmann: Die 7. Auflage von „Fundraising – professionelle Mittelbeschaffung für gemeinwohlorientierte Unternehmen“

Darum geht’s: Fundraising, Michael Urselmann, Fachbuch Spendenmarketing, Spendergeneration, Contentstrategie

Ende November riefen Prof. Michael Urselmann, der die neueste Auflage seines Buches „Fundraising – professionelle Mittelbeschaffung für gemeinwohlorientierte Unternehmen“ präsentierte, und die AZ Direct GmbH zum Fundraising-Event nach Zürich. Rund 100 Teilnehmer trafen sich zum Erfahrungsaustausch über Spendergenerationen und neue Herausforderungen im Fundraising.

Alle Plätze waren am 30. November 2018 in den Räumen der Memox World in Zürich besetzt. Auch die Table Sessions zwischen den Vorträgen mit Prof. Dr. Michael Urselmann und Sabine Wagner-Schäfer zu den „Neuesten Entwicklungen im Online- und Offline-Fundraising“ fanden regen Andrang.

„Am Fundraising-Event in Zürich hat mir die Offenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Diskussion und Erfahrungsaustausch zum Einfluss der neuen Spendergenerationen auf das Fundraising gefallen. Aber auch die Professionalität der Vorbereitung durch AZ Direct, die Räumlichkeiten und die freundliche und kollegiale Atmosphäre auf der Veranstaltung“, sagt Michael Urselmann. Die siebte Auflage seines Standardwerks „Fundraising – professionelle Mittelbeschaffung für gemeinwohlorientierte Unternehmen“ gilt mittlerweile als Pflichtlektüre für alle, die professionell Fundraising betreiben.

Individuelle Ansprache für jede Spendergeneration

Michael Urselmann, der seit 2004 an der Technischen Hochschule in Köln und auch in der Schweiz in der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) doziert, eröffnete den Vormittag. Er sprach über Spendergenerationen und den Generationenwechsel, der in verschiedenen Bereichen des Fundraising zu spüren sei, sowie über die Auswirkung auf den Fundraising-Mix.

Nicole Lehnherr, Leiterin Private Fundraising der Caritas Schweiz, zieht ein positives Fazit: „Die Ausführungen von Herrn Prof. Dr. Urselmann zur Nutzung der verschiedenen Kanäle und Fundraising-Instrumente je Generation waren sehr interessant und aufschlussreich. Dies werde ich noch mehr in meine Arbeit einfließen lassen.“

Überzeugt vom Cluster der fünf Spendergenerationen zeigt sich auch Ulrich Brütsch, Consultant der Post CH AG: „Für erfolgreiches Fundraising müssen wir heute jede Generation mit deren Medien und deren Themen ansprechen. Babyboomer spenden nicht mehr wegen eines coolen Gadgets – die suchen ein großes Involvement und wollen Teil der Bewegung bzw. Organisation sein.“

Anita Gerig, Leiterin Fundraising bei Pro Infirmis, konnte ebenfalls neue Erkenntnisse gewinnen: „Die Millenials leben stark in Netzwerken. Als wichtige Zielgruppe können wir sie im Fundraising deshalb nicht als Individuen ansprechen, sondern in ihren Netzwerken als Multiplikatoren.“

Fundraising-Mix laufend aktualisieren

Fazit aus dem ersten Vortrag: Fundraiser haben komplexe Entscheidungen zu treffen, wie der Fundraising-Mix auszusehen hat. Dieser müsse laufend aktualisiert werden, um ihn auf jüngere Generationen abzustimmen. Dabei gilt es zu investieren, indem beispielsweise von etablierten Spendenprodukten Budget „abgezogen“ wird, um in junge Produkte von morgen zu investieren. „Wenn unsere Cash-Cow keine Milch mehr gibt, können wir auch keine jungen Nachwuchsprodukte mehr fördern“, so Michael Urselmann.

Diese Tipps gibt er Fundraiserinnen und Fundraisern mit: „Nehmen Sie (Online-)Spendenaktionen, Charity Shopping und SMS-Spenden baldmöglichst in das Spendenportfolio Ihrer Organisation auf, um auch Spenderinnen und Spender der Generationen X und Millenials zu gewinnen. Entwickeln Sie jeweils einen umfassenden Fundraising-Mix und suchen Sie systematisch nach Influencern, die Ihre Organisation dabei mit ihren Reichweiten unterstützen könnten!“

Etwas zu wenig Zeit für Table Sessions

Michael Brücker, Leiter Kommunikation und Fundraising beim Deutschen Caritasverband/Caritas international, ergänzt: „Es ist in gewissem Sinne beruhigend, dass wir Fundraiser alle vor denselben bahnbrechenden Herausforderungen stehen. Die Kombination aus spannenden Vorträgen, Gruppendiskussionen und informellem Austausch hat mir sehr gut gefallen.“

Paolo Griffani, COO bei der Baumer AG, fällt auf, dass beim Digitalisierungsthema personelle Aufwände selten bis nie thematisiert und kulturelle Aspekte zu wenig beleuchtet werden. Bei den Diskussionen entstünde der Eindruck, „alte“ Kanäle würden kurzfristig substituiert. Griffani betont: „Dem ist jedoch nicht so. Aktuell steigen die Aufwände in den Organisationen massiv, wobei die Erlösoptimierung diametral entgegensteht.“

Bei den Table Sessions gewannen die Teilnehmenden neues Wissen und tauschten ihre Erfahrungen aus. Für Paolo Griffani waren das breit gefächerte Publikum sowie die Table-Sessions auf dem AZ-Event etwas Besonderes. Für ihn gab es aber auch Optimierungsbedarf: „Den Sessions hätte man ein wenig mehr Zeit einräumen sowie die Interaktion fördern müssen. Immer, wenn die Teilnehmenden ‚warm‘ wurden, war die Zeit um.“

Online-Trends, Persona-Entwicklung und Storytelling

In ihrem abschließenden Vortrag nimmt Sabine Wagner-Schäfer, Leiterin Digital Fundraising der AZ fundraising services, die Zuhörer mit auf die Reise zu den zehn besten und erfolgsträchtigsten Online-Trends. Sie verspricht aufgrund ihrer Erfahrungen: „Der in jeder Non-Profit-Organisation vorhandene emotionale und wunderbare Content kann durch Persona-Entwicklung, Content-Strategie und Storytelling gezielter, erfolgreicher und mit Mehrwert für die Leser und Nutzer eingesetzt werden. So wird aus dem zarten Pflänzchen unseres Contents ein starker Baum, der unsere Personas bindet und einige mehr auch zu Spendern werden lässt.“

Für Mischa Rychener, Product Manager Digital Fundraising beim Schweizerischen Roten Kreuz, sind vor allem junge Zielgruppen wichtig für die Zukunft des Fundraisings: „Wir müssen jüngere Zielgruppen jetzt erreichen und unsere Content-Strategie entsprechend anpassen.“

Nach drei Stunden Input und intensivem Austausch zieht Ulrich Brütsch folgendes Resümee: „AZ Direct kann mit spannenden Referenten und interessanten Themen fast alle Fundraiser und deren Dienstleister motivieren, den Event zu besuchen – damit wird der Anlass während den Pausen und beim Lunch zur perfekten Networking-Plattform.“

Text und Foto: Katja Prescher

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