Kinderhilfe Organtransplantation punktet mit Herzenswärme

Nach Bekanntwerden mehrerer Fälle unsachgemäßer Vergabe von Spenderorganen ging die Spenderbereitschaft in diesem Bereich deutlich zurück. Seit einiger Zeit erholen sich die Zahlen, zwar langsam, aber stetig. Davon profitiert auch der Verein „Kinderhilfe Organtransplantation“ in Frankfurt.

 

Von Rico Stehfest

Reinhold Messner, Franziska van Almsick, Karl-Heinz Rummenigge: Diese Namen stehen stellvertretend für eine Anzahl prominenter Sportler, die sich bereits Mitte der 90er Jahre zur Initiative „Sportler für Organspende“ zusammengefunden haben. In jener Zeit war Organtransplantation noch deutlich weniger verbreitet als heute. Information der Öffentlichkeit war folglich ein wichtiger Punkt der Arbeit. Mit Blick auf die Besonderheiten organgeschädigter Kinder wurde schließlich 2004 mit Unterstützung betroffener Eltern und prominenter Sportler die „Kinderhilfe Organtransplantation“ ins Leben gerufen. Seitdem engagiert sich der Verein für die Belange organtransplantierter Kinder und deren Familien. Neben finanzieller Hilfe stehen vielfältige Formen der sozialen Betreuung der Kinder vor allem nach einer Organtransplantation im Fokus.

Herzen aus Eis unerwünscht

Mit einer ungewöhnlichen Mailingaktion konnte der Verein ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit als dem am stärksten umkämpften Spendenzeitraum des Jahres große Aufmerksamkeit erlangen. Die Agentur gkk DialogGroup, ebenfalls mit Sitz in Frankfurt, entwickelte im Wortsinn ein Herz für den Verein. Ausgewählten Adressen wurde eine kleine Schachtel zugesandt, die den Behältern für Spendenorgane ähnelt. Darin befand sich „das einzige Organ, das niemand braucht“: ein Herz aus Eis. Die Botschaft kann als eine doppelte gelesen werden. Es ist schön, dass Wärme Eis zum Schmelzen bringt. Zumindest, wenn man es im übertragenen Sinn betrachtet. Andererseits ist es kein angenehmes Gefühl, mit ansehen zu müssen, wie sich ein Herz in den eigenen Händen langsam auflöst und einem wortwörtlich durch die Finger rinnt. Da hieß es natürlich, schnell zu sein, wie Eva Vogler, Geschäftsführerin des Vereins und Fundraising Managerin (FA) erläutert: „Es galt, die Eisherzen innerhalb von zwei Stunden auszuliefern. Sowas geht natürlich nicht in großen Mengen. Deshalb haben wir uns auf eine limitierte Auflage beschränkt. Die Auslieferung hat uns die gkk DialogGroup pro bono organisiert.“

Ein preisgekröntes Projekt

Für diese Idee erhielt die gkk DialogGroup den Deutschen Dialogmarketing Preis 2015 in Silber in der Kategorie „Gemeinnützige, gesellschaftliche und kulturelle Organisationen“. Für die Kinderhilfe hat sich das Mailing aber genauso ausgezahlt. Lagen vorher Spenden als Reaktion auf eher klassische Weihnachtsmailings bei durchschnittlich 45 Euro, waren es im Fall des Eisherzes mit 68 Euro deutlich mehr. Der gesamte Spendenanstieg belief sich im Rahmen der Aktion auf 29,55 Prozent. Das aber natürlich nicht allein auf Basis der Eisherzen. Eine zweite, versandfähige Version enthielt ein gelasertes Herz. „Dieses Mailing ging an 1.500 ausgewählte Adressen, konkret Spender, die in der Vergangenheit bereits gespendet hatten“, so Vogler.

www.kiohilfe.de

Foto: PR

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