Neue Soziallotterie startet mit Katarina Witt

Post Code Lotterie startet in Deutschland und unterstützt mit 30 Prozent der einnahmen regionale Organsiationen

Darum geht‘s: Lotterie, guter Zweck, regionale Spenden

Am 6. Oktober 2016 startet die Deutsche Postcode-Lotterie in Deutschland ihre erste Ziehung. 30 Prozent der Einnahmen sollen vor allem an regionale Organisationen gehen. Als prominentes Zugpferd wurde Katarina Witt verpflichtet. Der Weg zur neuen Lotterie war lang.

Schon in den 90er Jahren hatte es mit der AG Neues Bundeslotterie für Umwelt und Entwicklung einen ersten Versuche gegeben neben den bekannten Soziallotterien wie Aktion Mensch, Deutsche Fernsehlotterie und Glücksspirale eine neue Lotterie mit Focus auf andere gemeinnützige Themen zu starten. Damals gab es noch keine einheitliche bundesweite Regelung, wie den Glücksspielstaatsvertrag. So musste noch in jedem Bundesland einzeln eine Lizenz erworben oder vor Gericht erstritten werden, woran dieser erste Versuch auch scheiterte.

Postcode-Lotterie gestartet

Mit den rechtlichen Veränderungen ist nun die Postcode Lotterie seit 28. Juli 2016 auch in Deutschland am Start. Dahinter verbirgt sich eine Sozialmarketing-Agentur Novamedia aus den Niederlanden, die dieses Konzept schon in anderen Ländern erfolgreich eingesetzt und über 7,2 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke bereitgestellt hat. Deshalb bezeichnet sich die Postcode Lotterie nach der „Bill & Melinda Gates Stiftung“ und dem „Wellcome Trust“ als die Organisation mit dem drittgrößten Spendenvolumen und als "größter privater Fundraiser der Welt". Prominente Zugpferde, wie beispielsweise George Clooney sorgen in Großbritannien, Schweden oder den Niederlanden für eine hohe Bekanntheit. In Deutschland soll das nun Katharina Witt richten und Mitspieler gewinnen.

Gefühl des Gewinnens

„Wir freuen uns sehr, dass wir Katarina Witt als Botschafterin der Deutschen Postcode Lotterie gewinnen konnten. Ihre eigene Stiftung, die unter anderem Kinder mit körperlichen Behinderungen fördert, passt hervorragend zu der Mission der Postcode Lotterien, vielfältige soziale Projekte in verschiedenen Bereichen dank unserer Teilnehmer zu unterstützen. Zudem kennt Katarina Witt das Gefühl des Gewinnens sehr gut – ein Gefühl, das unsere Gewinner ebenfalls erleben und begeistert“, sagt Annemiek Hoogenboom, die zusammen mit Eva Struving Geschäftsführerin der Deutschen Postcode Lotterie ist. Die zweimalige Olympiasiegerin im Eiskunstlauf Katarina Witt blickt ihrer Aufgabe als Botschafterin der Deutschen Postcode Lotterie mit Spannung entgegen. „Als ich angefragt wurde, kannte ich die Postcode Lotterie noch nicht. Und als ich gesehen habe, wie viele Projekte sie weltweit unterstützen und wie stark Mensch und Natur davon profitieren, war ich schnell überzeugt, so dass ich gerne zugesagt habe." Katarina Witt erhielt als Botschafterin der Lotterie gleich zum Antritt einen Scheck von 50.000 Euro für ihre Stiftung. Sie wird die Deutsche Postcode Lotterie zu diversen Anlässen in der Öffentlichkeit vertreten und das Gesicht der Marketing-Kampagne der Soziallotterie. Hierzu gehören nationale TV-Spots im Privatfernsehen, Beilagen in Printmedien sowie digitale Werbeformate und Social-Media-Kampagnen.

Regionale Organisationen profitieren

Das besondere an der Lotterie ist, das nicht nur die Spieler regional mit ihrem Postcode gemeinsam mit mitspielenden Nachbarn gewinnen, sondern auch 30 Prozent der Einnahmen, den gemeinnützigen Organisationen zukommen, die in der Postcode-Region der Gewinner liegen. Dabei sollen gemeinnützige Projekte in den Bereichen Bildung, sozialer Zusammenhalt, Menschenrechte und Tier- sowie Umweltschutz zu den Nutznießern gehören. Die ersten Projekte sind bereits auf der Website zu finden, weiter können sich bewerben. Organisationen, die bereits Gelder aus der Glücksspirale oder der Aktion Mensch erhalten haben, sollen nicht berücksichtigt werden: "Wir achten hier darauf, dass insbesondere jene Projekte von uns unterstützt werden, die trotz ihrer wertvollen Arbeit auf kontinuierliche Förderung und Werbung für die eigene Sache angewiesen sind. Dazu gehören viele Organisationen, die bislang noch wenig Förderung erhalten und die in ihrem Projekt wirklich etwas bewirken wollen." erläutert Sprecherin Martina Hübschen. Offensichtlich will man auch den Wettbewerbsgedanken vermeiden.

Einfaches Prinzip für Mitspieler

Das Prinzip ist einfach: Der Postcode eines Teilnehmers besteht aus der Postleitzahl des Wohnorts und zwei Buchstaben für seine Straße. Dazu kommt noch eine dreistellige individuelle Losnummer, mit der die Teilnehmer mitmachen und sich die Chance auf Geldpreise für jeden Tag sichern können. Wie auch in anderen Ländern wird an der Postcode Lotterie mittels eines Abonnements teilgenommen. Teilnehmer können solange mitspielen, bis sie ihr Abonnement kündigen. Die erste Ziehung ist für 6. Oktober 2016 geplant.

613 Millionen im letzten Jahr

Beim ersten Startversuch der Postcode Lotterie war man noch von 100 Millionen Euro Einnahmen im Jahr ausgegangen, was 30 Millionen Euro für den gemeinnützigen Sektor bedeuten würde. Diesmal ist man vorsichtiger und will noch keine Zahlen bekanntgeben. 2015 wurden insgesamt 613 Millionen Euro von Novamedia gegründeten Lotterien an gemeinnützige Organisationen verteilt. Der an die Gemeinnützigen ausgeschüttete Prozentsatz ist übrigens ähnlich den anderen deutschen Soziallotterien, wie lottodeals.org herausfand.

 

Zurück

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Souveräne Geste des neuen Bundespräsidenten

Von Frank-Walter Steinmeier ist man staatsmännisches Auftreten gewöhnt. Nach Vizekanzler und Außenminister gilt dies erst recht seit seiner jüngsten Ernennung zum Bundespräsidenten. Dass der Politiker zu Beginn seiner politischen Laufbahn auch rebellisch aussah, beweist ein Foto aus seiner Jugendzeit, das United Charity aktuell zugunsten von "RTL - Wir helfen Kindern" exklusiv versteigert.

[...]

Gabenzaun in Hamburg: Sachspenden für die Unerwünschten

Gabenzaun in Hamburg: Sachspenden für die Unerwünschten

„Vielen Dank an die Stadt Hamburg für den tollen Gabenzaun. Eine wirklich gute Idee…“ In Plastikbeuteln haben Hamburger Gaben für Obdachlose an einem neu gebauten Zaun am Hauptbahnhof befestigt. Ob die gute Idee wirklich im Sinne der Stadt ist, darf getrost bezweifelt werden. Denn die hatte eigentlich ganz andere Pläne.

[...]

Endspurt: SKala-Initiative schüttet 75 Millionen aus

Susanne Klatten will 100 Millionen Euro spenden

Die SKala-Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten nimmt noch bis zum 3. März Förderanträge an. Klatten hatte angekündigt 100 Millionen Euro mit Unterstützung der Beratungsfirma phineo an gemeinnützige Projekte auszuschütten. Erste Projekte haben bereits Geld erhalten. Wer noch dabei sein will, muss aber Bedingungen erfüllen.

[...]

Guerilla-Marketing-Label Epic-Escape sorgt für Wirbel

Die neue Modemarke Epic Escape sorgt mit seinem "Destroyed-Look" bei der gerade angelaufenen Berliner Fashion-Week für Wirbel. Denn hinter dem Label versteckt sich kein Designer sondern die Spendenplattform betterplace.org und viele Unterstützer. Die Models sind auch nicht echt, sondern Menschen, die vor Krieg und Verfolgung flüchteten. 

[...]

Sinnvoll schenken für den guten Zweck

Wie schön die Weihnachtszeit ist da! Genau die richtige Zeit, um beim Geschenkekauf nicht nur an den Beschenkten, sondern auch an andere Menschen zu denken, die Hilfe brauchen. Wie wäre es also mit einem Präsent mit echtem sozialen oder kulturellen Mehrwert? Die Fundraiser-Redaktion hat mal ein paar sinnvolle Geschenketipps zusammengestellt.

[...]

Deutscher Spendenrat startet Transparenz-Schulungsprogramm

Der Deutschen Spendenrat e.V. hat am 1. November eine neue Initiative für mehr Transparenz im dritten Sektor mit dem Titel „Transparenz-leicht-gemacht“ gestartet. Gemeinnützigen Organisationen in Deutschland soll mit dem Projekt geholfen werden, seriösen Strukturen aufzubauen und aussagekräftigen Finanzdaten zu erstellen.

[...]

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Piwik“. Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...