Suchmaschinen­optimierung für NPOs

Vereine und Stiftungen stehen in einem Wettbewerb. Sie konkurrieren um Informationshoheit, Spendeneinnahmen, Personal oder Unterstützer. Deshalb ist es auch im Non-Profit-Sektor unabdinglich, dass die eigene Website über Suchmaschinen und relevante Suchwörter von den eigenen Zielgruppen schnell gefunden wird.

 

 

Von Eva Hieninger

Bei der täglichen Arbeit kann Suchmaschinenoptimierung (SEO) helfen. Dies bezeichnet Maßnahmen, die dazu dienen, dass die eigene Website in der unbezahlten Suche möglichst hoch gelistet wird. Auf welchem Platz eine Website in den Suchergebnissen steht, hängt von ihrer inhaltlichen und technischen Qualität ab. Diese wird von Suchmaschinen wie Google anhand eines Algorithmus bewertet, der sich täglich mehrere Male ändert. Die Optimierung der Website wird damit zu einer regelmäßigen Aufgabe.

Erste Verbesserungstipps können sogenannte Webmaster-Tools geben. Die Webmaster-Tools von Google etwa geben Hinweise, welche Elemente der Website Verbesserungen benötigen und wie diese durchgeführt werden können. Sie geben außerdem an, wo die Website im Netz verlinkt ist und wo Probleme bei der Suche aufgetaucht sind.

 

OnPage: Redaktionelles SEO

Zunächst gilt es festzulegen, durch welches Wort oder durch welche Wortkombination (Keywords) der Inhalt einer bestimmten Seite Ihrer Website gefunden werden soll. Die relevanten Keywords sollten in folgenden Elementen auf der Seite vorkommen.

Überschriften von Artikeln: Mindestens die Hauptüberschrift sollte das relevante Keyword enthalten. Sie wird im Quellcode als H1 gekennzeichnet.

Texte: Zu Beginn und zum Schluss eines Textes die Keywords zu nennen, ist empfehlenswert. Synonyme können verwendet werden. Der Text sollte aber nicht mit Keywords überfrachtet sein.

URL: Auch die Webadresse sollte die Keywords enthalten sowie beschreiben, was auf der Seite zu sehen ist. Eine Seite sollte nur unter einer URL aufrufbar sein.

Seitentitel: Der Seitentitel (Title-Tag) wird im Tab oder oben am Browserfenster angezeigt. Er ist die Überschrift der Seite, immer sichtbar und erscheint in den Suchmaschinen als Referenz auf die Website.

Bilder: Die Bildbeschriftung sollte das Bild mit dem relevanten Keyword beschreiben. Infos wie Größe, Datum und Ort sollten angegeben werden.

Metadescription: Diese findet sich in den Suchergebnissen wieder. Sie können den User zum Klick auf die Seite führen, wodurch die Relevanz der Seite erhöht wird und sie im Ranking nach oben bringt.

 

OnPage: Technisches SEO

Bei der technischen Optimierung lohnt es sich, einen IT-Spezialisten mit einzusetzen, denn viele dieser Optimierungen umfassen überwiegend Änderungen, die sich nicht über das Content Management System realisieren lassen:

Interne Verlinkungen: Alle Seiten sollten untereinander über HTML-Links verknüpft sein. Die Links sollten einen thematischen Bezug zur verlinkten Seite haben.

Website-Performance: Google-Tests haben ergeben, dass Seiten mit einer Ladezeit größer als vier Sekunden zu 90 Prozent öfter und direkt verlassen werden.

Mobile Optimierung: Seit dem letzten großen Google Algorithmus Update bevorzugt Google in der Suche Webseiten, die mobil optimiert sind. Spätestens seit April 2015 sollte Ihre Website deshalb auch mobil gut lesbar und auffindbar sein. State of the Art ist das sogenannte responsive Design.

 

OffPage: SEO der Website im Netz

Neben den Optimierungen auf der eigenen Website sollte auch dafür gesorgt werden, dass die Website im Netz optimal dargestellt wird. Nur wenn der Server optimal läuft und eine ununterbrochene Verfügbarkeit gewährleistet wird, kann auch sichergestellt werden, dass die Seite von den Suchmaschinen indexiert wird.

Weiterhin wichtig sind externe Verlinkungen (Backlinks), das heißt, auf welchen Seiten und wie oft die Seite verlinkt ist. Hier gilt es, darauf zu achten, dass die Qualität der Verlinkungen durch Themenbezug und hochwertige Quellen hoch ist. Bezahlte Backlinks sollten vermieden werden, da dies von den Suchmaschinen vermehrt massiv abgestraft wird.

Google bewertet Websites auch anhand der Aktivitäten im Social Web. Durch die Integration der Social-Media-Kanäle, wie Facebook, Twitter oder Google+, und deren aktive Betreuung und Interaktion mit den Fans erhöht sich der Rankingfaktor der Website.

 

Regelmässige Analyse

SEO nimmt Zeit und Muße in Anspruch, aber es lohnt sich. Analysieren Sie die für Sie relevanten Keywords und bauen Sie diese in die redaktionellen Elemente wie Überschrift, Text, URL, Seitentitel, Bilder und Metadescription Ihrer Website ein.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Website auf dem bestmöglichen technischen Stand ist. Achten Sie vor allem auf die Geschwindigkeit und die mobile Darstellung Ihrer Website. Durch eine ununterbrochene Serververfügbarkeit sowie qualitative Verlinkungen und Social-Media-Plugins können Sie Ihre Website auch OffPage optimieren. Überprüfen Sie die Optimierungsmöglichkeiten Ihrer Website regelmäßig mit kostenlosen Webanalyse-Tools.         

 

Foto: wronge57/photocase

 

Eva Hieninger ist freiberufliche Marketing-Beraterin und Konzeptionerin für Non-Profit-Organisationen, unter anderem für openPetition.de, die 100 prozent erneuerbar stiftung und Ärzte ohne Grenzen. 2011 erlangte sie den Master in Arts and Media Management an der Freien Universität Berlin. Nach verschiedenen Tätigkeiten im Medienbereich und in diversen Werbeagenturen arbeitete sie beim Bundesverband WindEnergie als Marketing-Managerin und erlangte dadurch fundiertes Wissen im Bereich Online-Marketing in Non-Profit-Organisationen.

www.evahieninger.de

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