Mehr als Facebook: Campaigning mit Social Media

Twitter, Facebook und Instagram zählen in Deutschland noch immer zu den bekanntesten und beliebtesten sozialen Netzwerken. Nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch bei Marketeern. Von vielen unbemerkt hat in den vergangenen Jahren ein weiteres Netzwerk an Relevanz gewonnen: Pinterest.

 

Von Sabine Büchse

Pinterest ist ein Kunstwort und setzt sich aus to pin (zu deutsch: anheften) und interest (zu deutsch: Interesse) zusammen. Im Unterschied zu Facebook oder Instagram liegt der Schwerpunkt von Pinterest nicht in erster Linie auf Selbstdarstellung, sondern im Sammeln und Kuratieren („pinnen“) von eigenem und fremdem Content in Form von Links, Bildern und auch Videos.

Pinterest ist ein sehr visuelles Medium, bei dem Text deutlich im Hintergrund steht: Ein Pin besteht immer aus einem Bild, hinter welchem sich der Link zum eigentlichen Beitrag verbirgt, sowie einer Überschrift und einer Kurzbeschreibung. Die einzelnen Pins werden auf Pinnwänden gesammelt und können so auch gleich thematisch strukturiert werden.

Obwohl die Möglichkeit besteht, Bilder direkt auf Pinterest hochzuladen, empfiehlt es sich, Inhalte stets von Websites zu verlinken. Nur so finden User den zugehörigen Beitrag im Web mit allen Informationen, die zum Bild dazugehören. Im Gegenzug profitieren Organisationen natürlich vom zusätzlichen Traffic, wenn eigener Content ge- und von Usern repinnt wird.

Ein Themenplan sorgt für Struktur

Entscheidend für den Erfolg auf Pinterest ist unter anderem das anfängliche Set-up, sprich die durchdachte Strukturierung der eigenen Themenbereiche. Unterschiedliche Pinnwände für Kampagnen, Infografiken oder Bildmaterial halten den Content übersichtlich und geben Usern die Möglichkeit, nur den Pinnwänden zu folgen, die für sie relevant sind. Für den Anfang praktisch: Pinnwände können auf unsichtbar gestellt werden, bis alles perfekt eingerichtet ist.

Je öfter Artikel gepinnt werden, umso stärker wird ein Account von Usern wahrgenommen. Idealerweise sollten Beiträge über den Tag verteilt gepostet werden. Ein Themenplan hilft, die Kommunikation zu strukturieren, feste Termine im Blick zu behalten und unterstützt die Kollegen im Falle von Urlaub oder Krankheit.

Der beste Content verhallt unbemerkt, wenn ihn niemand sehen kann: Social Media wird hauptsächlich privat genutzt. Während der Nacht- und frühen Morgenstunden sowie während der Kernarbeitszeiten erreichen Postings daher nur wenige User. Besser eignen sich der frühe Vormittag, die Mittagszeit sowie der Nachmittag zum Kommunizieren. Für die meisten sozialen Netzwerke, auch Pinterest, gibt es inzwischen Tools, die beim Terminieren von Postings helfen.

Pinterest als Must-have für Organisationen?

Bei aller Euphorie entscheidet neben der Quantität der Pins auch deren Qualität: Nur als relevant empfundene Inhalte unterstützen den Reputationsaufbau. Ideal ist ein Mix aus eigenen Beiträgen und Content anderer User, sofern dieser thematisch passt.

Pinterest kann sowohl gezielt für Crowd­funding, für Kampagnenarbeit oder im Rahmen der allgemeinen Kommunikation genutzt werden. Aber ist Pinterest ein Must-have im eigenen Kommunikationsmix? Nein. Pinterest eignet sich jedoch gut für alle Organisationen, die ihre Arbeit immer wieder mit neuem, abwechslungsreichem und spannendem Bildmaterial dokumentieren können. Im Zusammenspiel mit einem Blog und auch weiteren sozialen Kanälen kann Pinterest dann die Außenkommunikation deutlich bereichern.

Zehn Profitipps für erfolgreiches Social Media Marketing

  • Kanäle gezielt auswählen
    Dabei sein ist nicht alles: Ihre Kanäle sollten zu Ihrer Organisation passen. Und: Jeder Kanal, auf dem Ihre Organisation vertreten ist, muss von Ihnen regelmäßig bedient werden.
  • PR meiden
    Soziale Netzwerke sind keine PR-Maschine und keine Werbeplattform, sondern sollen unterhalten und informieren.
  • Relevanz
    Achten Sie auf Qualität. Nur für Ihre Organisation und Ihre Follower relevante Inhalte unterstützen Sie im Reputationsaufbau.
  • Quantität
    Posten Sie regelmäßig, am besten mehrmals täglich. Verteilen Sie Ihre Beiträge über den Tag, um möglichst viele Follower zu erreichen.
  • Timing
    Social Media wird hauptsächlich privat genutzt. Meiden Sie Postings in den Nacht- und frühen Morgenstunden sowie während der Kernarbeitszeiten.
  • Themenplan
    Ein Themenplan hilft, Ihre Aktivitäten zu strukturieren und auch langfristig nicht den roten Faden zu verlieren.
  • Der Mix macht’s
    Posten Sie nicht nur eigenen Content, sondern stellen Sie einen lesenswerten Mix aus verschiedenen Quellen zusammen.
  • Bilder erhöhen Aufmerksamkeit
    Nutzen Sie hochwertige Bilder, um Ihren Content zu stärken. Achten Sie unbedingt auf das Copyright.
  • Dialog
    Interagieren Sie mit Ihren Followern, reagieren Sie zügig auf Nachfragen und achten Sie auf die Einhaltung einer Netiquette. Folgen Sie anderen Accounts, liken und teilen Sie.
  • Monitoring
    Nutzen Sie ein Analyse-Tool, um Ihre Erfolge zu messen. Aus den Daten können Sie nützliche Erkenntnisse, zum Beispiel über Ihre Themenauswahl, ziehen.

Foto: ponsulak/Quelle: Fotolia

Sabine Büchse verantwortet die Bereiche Content-Strategie und Redaktion bei der helllicht medien GmbH, einer Digitalagentur im Rhein-Main-Gebiet. Sie ist Ansprechpartnerin, wenn es um Textentwicklung und Social-Media-Strategien geht, entwickelt Content-Strategien und gibt Texten die passende Tonalität und nötige Struktur. www.helllicht.com

Zurück

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

(Nicht) Trumps Amerika: Non-Profit-Arbeit in den USA

Hamtramck in Michigan ist die erste US-Stadt mit muslimischer Mehrheit.

Selten hat ein US-Präsident die Welt so gespalten wie Donald Trump. Aber auch sein eigenes Land ist zerrissen: Vor allem in der Zivilgesellschaft wächst der Widerstand. Ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl blickt das Fundraiser Magazin deshalb über den Atlantik– mit einem Themenschwerpunkt über Non-Profit-Arbeit in Amerika.

[...]

Crowdlending: Eine echte Finanzierungsalternative für Vereine?

Crowdlending für Vereine

Crowdlending weist seit Jahren große Wachstumsraten auf. Mehr als 76 Millionen Euro vergab die Crowd 2016 an Investments, die eine Rendite von bis zu zwölf Prozent versprechen. Doch ist der Geldverleih von privaten Investoren an Start-ups, Vereine oder Unternehmen seriös? Und wie geht man mit dem Risiko des Totalausfalls um?

[...]

Das Analog-Revival – Warum sich Spendenbriefe gut anfühlen

Mit analogen Spenderbriefen zum Erfolg

Emotional, kreativ und dabei so schön „Oldschool“. Das Fundraising-Mailing ist als planbares Instrument zur Erwirtschaftung von Spenden nicht zu toppen – wenn es richtig aufbereitet und eingesetzt wird. Tatsächlich gibt es handfeste Gründe dafür, warum viele Non-Profit-Organisationen mehr denn je auf Spendenbriefe setzen.

[...]

CrowdDonation: Erfolg mit regionalen Spendenplattformen

Crowdfunding mit Regionalität und guten Strategien

Im Mai 2016 wurde die Crowdfunding-Kampagne „Dein Immunsystem wird Deine Waffe gegen Krebs“ auf der Spendenplattform der Sparkasse Mainfranken-Würzburg gestartet. Das ambitionierte Ziel: 999.999 Euro für die Krebsforschung einzusammeln. Am Ende waren es mehr als eine Million Euro. Was sind die Erfolgsfaktoren und welche Strategie steckt dahinter?

[...]

Werbung für den guten Zweck: Lohnt sich das?

Wer nicht wirbt, der stirbt: Gilt das auch für NGOs?

Werbung kostet erstmal Geld – Erfolg ungewiss. Deshalb schrecken viele Non-Profit-Organisationen vor diesem Schritt zurück. Doch für eine gewiefte Kampagne – egal ob Print, Online oder TV – braucht es nicht immer große Werbebudgets. Das zeigt der aktuelle Schwerpunkt des Fundraiser Magazins.

[...]

Tonhalle Zürich: Exklusivität für Großspender

Im Orchester der Tonhalle Zürich spielen Musiker aus 20 Nationen

Das Tonhalle-Orchester Zürich ist das Top-Orchester der Schweiz und zählt zu den führenden Klangkörpern Europas. Der Bereich Fundraising lief über die Jahre eher spontan und unsystematisch ab, verteilt auf wenige Mäzene. Mit der Implementierung einer Fundraising-Stelle sollte ab 2011 eine Professionalisierung über alle Spender-Stufen hinweg aufgebaut werden.

[...]

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Piwik“. Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...