„Um an andere zu denken, braucht es nicht immer einen Anlass“

Ein Kommentar von Ute Nitzsche

Da saßen sie wieder an den Super-, Bau- und Biomarktkassen dieser Republik, um die Kunden mit ihrer bloßen Anwesenheit zu animieren, den zu zahlenden Betrag für den guten Zweck aufzurunden: Promis wie Fußball-Torhüterin Nadine Angerer, Moderator Guide Cantz oder Schauspieler Wolfgang Stumph. Im Juni war wieder „Woche des Aufrundens“, die die Gemeinnützige Stiftungs-GmbH „Deutschland rundet auf“ im Kampf gegen Kinderarmut initiiert. Eine schöne Sache.
Doch beschleicht mich immer, wenn ich von derartigen Aktionen höre, das Gefühl, dass dem Großteil der Menschen der Zweck herzlich egal ist. Die Sensation ist der Promi beim Discounter. Und genau dafür sitzen die ja dort … Denn im Grunde ist es doch ein Armutszeugnis, dass es häufig erst besondere Aktionen braucht, damit wir an diejenigen denken, denen es nicht so gut geht. An vielen Kassen stehen zum Beispiel Büchsen, in die man Klimpergeld spenden kann. Wenn jeder nur ab und zu ein paar Cent geben würde – zum Beispiel indem er einfach „aufrundet“, denn auch das ist immer möglich – käme ganz schön was zusammen. Haben Sie das schon mal gemacht? Ich ein oder zwei Mal, nachdem ich davon im Studium gehört hatte. Also Promi-Kassierer das ganze Jahr über? Nein. Beim nächsten Einkauf kommt das Wechselgeld einfach so in die Spendendose, egal ob ein Nationalspieler kassiert oder „nur“ die altbekannte Verkäuferin. Denn um mal an andere zu denken, braucht es nicht immer einen Anlass.

 

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