„Man könnte einen Anflug von Besserwisserei vermuten“

Ein Kommentar von Rico Stehfest

Ganz klar: Wenn es um die deutsche Einwanderungspolitik geht, hilft uns nur Dialog weiter. Das haben inzwischen die meisten begriffen. Was genau Dialog aber ausmacht, ist nicht immer ganz klar. Das sächsische Bierdeckel-Projekt (siehe nebenstehend) will aufklären, schafft es aber gerade mal im Ansatz, ein bisschen zu belehren. Mehr leider nicht. Dialog braucht Argumente. Dem Vorurteil, Zuwanderer seien krimineller als Deutsche, die bloße Behauptung entgegenzusetzen, dem sei, statistisch betrachtet, nicht so, ist noch weniger als heiße Luft. Man könnte einen Anflug von Besserwisserei vermuten. Aufklärung ist das auf keinen Fall.
Warum wurde hier so kurz gesprungen? Ein kleiner Blick zur Seite hätte schon gereicht, um zu sehen, wie das Ganze funktionieren kann. In Sachsen-Anhalt förderte die dortige Landeszentrale für politische Bildung bereits 2014 ein genau solches Bierdeckel-Projekt. Nur mit dem Unterschied, dass auf der Rückseite jener Exemplare tatsächliche Erklärungen standen.
In einem Streit, in dem manche Front verhärtet erscheint, fällt es durchaus schwer, sinnvolle und vor allem wirksame Argumente zu finden. Das ist eben einfach so. Damit muss man leben. Und in einer solchen Situation ist es manchmal klüger, eben nicht aktiv nach vorn zu preschen. Am Ende läuft man nämlich Gefahr, sich zu blamieren. Die Absicht ist hier ganz zweifelsfrei eine hehre. Aber guter Wille allein reicht eben nicht.

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