„Fundraising ist keine Profession wie jede andere“

Ein Kommentar von Paul Stadelhofer

Fundraising ist keine Profession wie jede andere und erfolgreiches Fundraising bietet manch Verzweifeltem Hoffnung. Fundraising zu professionalisieren, betriebswirtschaftlich zu denken, psychologisch zu agieren: Das wirkt moralisch richtig.
Genau hierin liegt aber auch ein großes Problem: Viele Anliegen können nicht ökonomisiert werden, werden nie attraktiv sein für den Markt, sind Spendern schwer zu erklären und verlangen nach Profis. Werden Aufmerksamkeit, Interesse, Wunsch und Aktion aber dem Eigennutz verschrieben; werden Verbindung, Interesse und Hilfsmöglichkeit nur instrumentalisiert: Dann verdirbt dem Hoffnungsträger sein moralischer Anspruch. Marketing und Psychologie werden zu Effekthascherei und Manipulation.
Manche Spender würden auch staunen, hörten sie manchen Fundraiser über sie sprechen, als wären sie wandelnde Monatsbeiträge oder eine eigene Spezies, die wie Schweine an der Schlachtbank stehen. Als müssten sie in eine Geschichte eingebunden und wider ihrer Mündigkeit bei der Stange gehalten werden – ganz gleich, welche Interessen und Moralvorstellungen sie haben?
Dient die Professionalisierung nur der kalten, berechnenden Manipulation, müssen ihr überzeugte Fundraiser mit Entschiedenheit entgegentreten. Nicht, dass das falsch verstanden wird: Fundraiser sollen professioneller werden, wissenschaftliche Kenntnisse nutzen und Geld für die Gute Sache gewinnen. Wegen jener Menschen und jener gesellschaftlicher Fragen, für die professionelles Fundraising vielleicht die letzte Hoffnung bietet.

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