„Einer Privatperson ist es jederzeit gestattet zu spenden“

Ein Kommentar von Ute Nitzsche

US-Milliardär George Soros spendet 18 Milliarden Dollar und damit 80 Prozent seines Vermögens an seine eigene Open Society Foundation. Die Stiftung will offiziell in verschiedenen Staaten, darunter verstärkt in Ost- und Mitteleuropa, Projekte für eine offene Gesellschaft fördern. Die Schlagworte lauten freie Medien, Menschenrechte und Rechte von Minderheiten. Soros’ Kritiker – von denen es weltweit viele gibt – werfen ihm jedoch vor, die herrschende gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung stärken zu wollen, manche sehen in den Aktivitäten des gebürtigen Ungarn sogar nichts weniger als das Bestreben, eine neue Weltordnung zu etablieren. So wurden denn auch sofort kritische Stimmen laut, Soros wolle mit seiner Spende weniger den guten Zweck unterstützen, sondern vor allem eine drohende Steuernachzahlung bis Ende des Jahres umgehen.
Das mag stimmen. Ich überlege nun aber gerade, wo dieses Geld besser angelegt ist: bei Organisationen, die sich zum Beispiel für Pressefreiheit einsetzen – angesichts eines US-Präsidenten namens Donald Trump kein so schlechter Zweck – oder als Steuern, die ja auch ganz gern mal in nicht nachvollziehbaren Kanälen verschwinden. Und schließlich ist es einer Privatperson jederzeit gestattet, Geld an eine Stiftung zu spenden, auch wenn es die eigene ist. Soros ist mit Sicherheit kein Waisenknabe, aber sich für liberale Bewegungen einzusetzen, kann zunächst einmal nicht falsch sein.

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