Der gelbe Riese und die Zwänge des Unternehmertums

Ein Kommentar von Matthias Daberstiel

Die Deutsche Post ist das größte Post- und Logistik-Unternehmen der Welt und in Deutschland faktisch immer noch Monopolist. Mit einem jährlichen Milliardengewinn könnte man sich großzügig zeigen. Aber wer glaubt, die Post denke daran, im Rahmen ihrer CSR-Bemühungen gemeinnützigen Organisationen einen Versandkostenrabatt einzuräumen, wie es beispielsweise die Österreichische Post mit „Sponsoring.Post“ schon seit Jahren tut, der irrt gewaltig. Im Gegenteil: Mit der neuen „DialogPost“ werden nun auch Spendenbriefe deutlich teurer.
Auf meine Anfrage hin, warum es keine „Sponsoringpost Deutschland“ für alle NGOs gebe, flüchtet sich Postsprecher Andreas Edenhofer gekonnt in die Wirren gesetzlicher Vorgaben: „Aus Wettbewerbs- und regulatorischen Gründen müssen wir unsere Services diskriminierungsfrei anbieten.“ Was soviel heißt wie „Entweder alle profitieren oder keiner“. Pikant daran ist, dass die Deutsche Post gerade selbst gegen dieses Diskriminierungsverbot verstößt. Um Neukunden zu gewinnen, testet sie nämlich aktuell die halb so teure „Impulspost“ mit Werbekunden, welche sie so langfristig für die Dialogpost begeistern will. Misst die Post also mit zweierlei Maß? Dann hätte die Post-Antwort auf meine Frage auch so heißen können: „Ein solcher Versandkostenrabatt für Spendenorganisationen ist in unserem Unternehmen nicht möglich. Das für Briefporto eingesetzte Geld der Spender kommt den Aktionären als Dividende zugute.“ Wäre aufrichtiger.

Was meinen Sie? Schreiben Sie an meinung@fundraiser-magazin.de

Zurück

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Piwik“. Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...