„Alter Wein in neuen Schläuchen?“

Ein Kommentar von Rico Stehfest

Am Ende ist es gar nicht nötig, immer alles besser machen zu wollen. Man muss es wohl nur richtig machen. Für manche Ideen braucht man auch ein bisschen Gespür und das richtige Timing. Das kann man wohl den Machern von „Just swap it!“ (nebenstehend) attestieren. Zur Müllvermeidung durch Coffee-to-go-Becher wird einfach ein spezieller, natürlich cool designter und aus naturnahen, nachwachsenden Materialien bestehender Mehrwegbecher in die Welt gesetzt, der über ein Pfandsystem im Wertstoffkreislauf bleiben soll. Ohne Öko-Ansatz funktioniert ja heute so gut wie nix mehr. Der Witz daran: Der Becher selbst stellt keine Besonderheit dar. Erst dadurch, dass er durch das Pfandsystem in Gebrauch gehalten wird, erhält er seinen ökologischen Mehrwert. Und der Heißgetränke konsumierende Hippster platzt fast vor gutem Gewissen. Da schrumpft der eigene CO2-Fußabdruck doch hörbar, sodass man sich gleich noch einen Kaffee holen will.
Aber was soll die Bissigkeit? Auch wenn das ganze mit großem Tamtam inszeniert wird und die Deutsche Umwelthilfe das Projekt sogar ausgezeichnet hat, behauptet ja niemand, dass es sich hier um eine Revolution handele. Nur muss man natürlich trotzdem so tun, als wäre das ganz was Besonderes. Und so ein Becher macht seinen Träger zu etwas Besonderem: Ich und mein Verantwortungs-Becher! Ich glaube, das nennt man Marketing.

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