Fragebogen: „Geht nicht, funktioniert nicht, will nicht, kann nicht – gibt es hier nicht.“

Gerald „Gery“ Keszler, Fundraiser-Magazin 1/2012

Gerald Keszler

Gerald „Gery“ Keszler wurde 2011 beim Fundraising Kongress Austria in Wien als „Fundraiser des Jahres“ mit dem Fundraising Award ausgezeichnet. Der 48-Jährige etablierte in Österreich mit dem „Life Ball“ einen der bedeutendsten Fundraising-Events des Landes. Die Eröffnungszeremonie lockt jährlich mehr als 40.000 Besucher an, die die große Show, für die sich zahlreiche prominente Größen und Top-Designer unentgeltlich engagieren, auf dem Wiener Rathausplatz miterleben wollen. Seit Beginn der Veranstaltung wurden mehr als 19 Millionen Euro Spendengelder gesammelt. „Gery Keszler konnte in 19 Jahren ‚Life Ball‘ tausenden Menschen mit den gesammelten Spenden helfen und ihnen eine Perspektive im Kampf gegen HIV und AIDS geben“, erklärte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in seiner Laudatio anlässlich der Fundraising-Award-Verleihung. Mit den Erlösen werden verschiedene nationale und internationale AIDS-Projekte unterstützt.

www.lifeball.org

Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Geht nicht, funktioniert nicht, will nicht, kann nicht – gibt es hier nicht.

Was wollten Sie als Kind werden?
Archäologe.

Was würden Sie für das Unwort des Jahres vorschlagen?
Lobbyismus als Unwort des Jahres und Intoleranz als Unwort des Jahrhunderts.

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Eine erfolgreiche und humane Integrationspolitik.

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Allen ehrenamtlichen Helfern. Ihnen gebührt Anerkennung und Respekt. Sie setzten sich für eine solidarische und menschliche Gesellschaft ein und leisteten so einen unverzichtbaren Beitrag für die Lebensqualität aller.

Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
Ich habe mir meinen Wunsch mit einem kleinen Häuschen im Südburgenland bereits erfüllt.

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit meinem Hund, Herr Brodmann.

Wie lautet Ihr Fundraising-Motto?
Kreative und medienwirksame Ideen, maßgeschneiderte Konzepte, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Kooperationen auf Augenhöhe und immer um einen Euro mehr Reingewinn als im Vorjahr.

Ihre Helden in der Geschichte und Gegenwart?
Nelson Mandela, der berühmte Gefangene, der später zum ersten Präsidenten des demokratischen Südafrikas wurde und für seinen humanitären Bemühungen – wie dem Eintreten für Bildung und Ausbildung von Kindern, dem Bau von Schulen in ländlichen Gemeinden und dem Engagement für die Safe-Sex HIV/AIDS-Kampagne in Südafrika – den Friedensnobelpreis verliehen bekam.

Was würden Sie gern auch gegen den Willen einer Mehrheit durchsetzen?
Eine neue Kondompolitik in der Katholischen Kirche.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Jene von Präsident Bill Clinton mit der William J. Clinton Foundation, der dank seines Engagements unter anderem schrittweise die Marktdynamik für Medikamente und Diagnostik verbessert hat, und dadurch die Kosten für Generika zur lebensrettenden HIV/AIDS-Behandlung senken konnte.

Worüber können Sie lachen?
Wenn ich an zahlreiche Momente in 20 Jahren Life Ball zurück denke.

Wann hört auch bei Ihnen der Spaß auf?
Immer dann, wenn jemand mit seinen Taten verletzt – sei es körperlich, seelisch oder materiell.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Alle, wenn ich sie begriffen habe.

Was sollte einmal über Sie im Lexikon stehen?
Das sollen sich andere überlegen.

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