Fragebogen: Udo Schnieders sorgt auch für Bienen und Bonsais

Udo Schnieders

Der Theologe und Fundraiser Udo Schnieders (55) begann seine Laufbahn als Seelsorger im Erzbistum Köln, ehe er 1992 als Leiter der Hochschulseelsorge in Göttingen ins Bistum Hildesheim wechselte. 2002 übernahm er als Leiter den Ausbau des Fundraisingbüros Bistum Hildesheim. Seit 2007 zeichnet er als Leiter der Stabsstelle Fundraising im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg für den Aufbau des Fundraisings in der Erzdiözese verantwortlich. Freiberuflich arbeitet er als Berater, Personal- und Organisationsentwickler.
Kirchliches Fundraising sieht Schnieders als Seelsorge mit anderen Mitteln. „Es geht nicht darum, dass die Schafe ihre Wolle abgeben“, sagt er pointiert, „sondern darum, dass Menschen die Chance bekommen, sich durch ihr Handeln als wirksam zu erfahren, in der Kirche und in der Welt. Dass sie Kirche als ein Gegenüber erleben, das ihr Engagement ernst nimmt und anerkennt“. Schnieders ist überzeugt, dass Wertschätzung, Empathie und Echtheit wesentliche Haltungen für Fundraiser sind. „Diese Haltungen zu leben und zu vermitteln, ist der rote Faden in meiner beruflichen Biografie als Seelsorger, Berater und Fundraiser.“

  1. Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Ein guter Tag beginnt …
    … mit dem Blick in die Morgenröte, einem Sonnenstrahl, Vogelzwitschern und einer Tasse Kaffee im Bett.

  2. Was wollten Sie als Kind werden?
    Bauer. Mit Kühen, Schweinen, Pferden, eben mit allem, was dazugehört.

  3. Was würden Sie als Unwort des Jahres vorschlagen?
    Kontingentflüchtling.

  4. Welches politische Projekt würden Sie gern beschleunigen?
    Aktuell: Die gelungene Integration der Men­schen, die über die neue Völkerwande­rung zu uns nach Europa kommen. Und: die globale Energiewende.

  5. Sie machen eine Zeitreise in das Jahr 1990. Was würden Sie dort tun?
    Sofort in die Gegenwart zurückreisen.

  6. Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
    Niemandem. Ich halte nichts von dieser überkommenen Art der öffentlichen Auszeichnung.

  7. Sie treffen den reichsten Menschen der Welt im Aufzug. Was sagen Sie ihm?
    Ich frage ihn, wie er sein Vermögen nutzt, um die Welt zu verändern.

  8. Wer ist für Sie ein Held?
    Jeder Mensch, der ohne selbst der Gewalt zu verfallen, in einem Kriegsgebiet lebt und dabei menschlich bleibt.

  9. Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
    Ich habe seit acht Jahren zwei Wohnsitze, in Göttingen und in Freiburg. Einer wäre mir lieber.

  10. Was tun Sie, wenn Sie nichts zu tun haben?
    Nach meinen Bienen schauen, Bonsais pflegen, klettern und Bücher verschlingen.

  11. Worüber können Sie lachen?
    Am herzhaftesten über mich selbst.

  12. Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
    Die, die nicht meine sind.

  13. Was war früher besser?
    Auf die Menschheit bezogen: Nichts. Biografisch: Na ja, ich hatte mehr Haare.

  14. Was sollte über Sie im Lexikon stehen?
    Die Vorstellung schmeichelt meiner Eitelkeit. Ich verzichte.

  15. Zum Abschluss vervollständigen Sie bitte diese Aussage: Eine Spende ist für mich …
    … die Chance, zum Ausdruck zu bringen, wofür ich im Leben stehe.

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