Fragebogen: Sophia Athié wäre gern öfter in New York

Während eines Praktikums in einer Kunstgalerie in Chelsea verliebt sich Sophia Athié erst nach und nach in New York … dann aber so richtig! Und so ging der Wunsch, länger in Big Apple zu bleiben, Hand in Hand mit dem (zunächst eher von Vernunft motivierten) Ziel, „Fundraising auf den Lebenslauf“ zu bringen. Was wirklich hinter diesem Beruf steckt und welche Symbiose hier das Interesse für Kunst und Kultur mit wirtschaftlichem Denken eingeht, sollte sie erst im Laufe ihrer folgenden Berufsjahre erfahren, in denen sie Development – wie es im Englischen treffenderweise auch heißt – sozusagen von der Pike auf gelernt hat.
Letztendlich „landete“ Sophia Athié im Kunstmuseum, nämlich im Frankfurter Städel, wo sie seit über acht Jahren jene Menschen betreut, die diese Bürgerstiftung, die 2015 übrigens 200-jähriges Jubiläum feierte, auch für zukünftige Generationen entscheidend mitprägen.
Aus ihren internationalen Erfahrungen aus über 16 Jahren im Fundraising – von der groß angelegten Kapitalkampagne für einen neuen Anbau bis hin zur Akquise für den allgemeinen Museumsbetrieb – hören Sie beim Fundraising Symposium 2017 am 17. Februar in Frankfurt, wo Sophia Athié über ihre Arbeit referieren wird.
Neben Job und Familie bleibt für eigene Hobbys oder dergleichen eigentlich keine Zeit, sie ist nämlich stolze Mutter dreier (Rugby-)Jungs und wenn sie nicht im Museum ist, dann eben auf dem Rugby-Pitch.

  1. Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Ein guter Tag beginnt …
    … NACH einer Nacht, in der alle drei Jungs durchgeschlafen haben und MIT einem oder besser zwei ziemlich starken Cappuccinos.

  2. Was wollten Sie als Kind werden?
    Ich habe Leistungssportler sehr bewundert, wusste aber natürlich, dass das nix wird … Und Reisejournalisten oder Restaurant-Kritiker hatten in meinen Augen tolle Job-Vorteile. Aber tatsächlich war immer klar, dass es etwas mit Menschen zu tun haben müsste. Später kam der Wunsch dazu, im Kulturbereich zu arbeiten – die Kombi ist es ja dann auch geworden.

  3. Was würden Sie als Unwort des Jahres vorschlagen?
    Trump. Oder doch Pegida?

  4. Welches politische Projekt würden Sie gern beschleunigen?
    Es ist eher ein gesellschaftliches Thema, aber es wäre ein Toleranz-Projekt. Ich kann nicht wirklich verstehen, wie man sich über das Kopftuch (als religiöses Zeichen) aufregen kann oder über die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe … Auch finde ich es erschreckend, wie aktuell das Thema Gleichberechtigung – egal, ob Mann und Frau, ethnische Minderheiten oder Menschen mit Behinderungen – im 21. Jahrhundert überhaupt noch ist.

  5. Sie machen eine Zeitreise in das Jahr 1990. Was würden Sie dort tun?
    Zeit in Berlin verbringen und vor Ort Zeuge des Wiedervereinigungsprozesses sein. Gerne würde ich mich auch noch mal in meine alte Schule schleichen und meine Klasse (und mich) im Unterricht beobachten …

  6. Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
    Meinem Bruder für seinen Einsatz für seine kranke Frau.

  7. Sie treffen den reichsten Menschen der Welt im Aufzug. Was sagen Sie ihm?
    Tu Gutes, sprich darüber (mit deinen gut situierten Freunden) und lass dich nicht beirren, wenn manche sagen, es ginge nur um Eitelkeiten und Profilierung.

  8. Wer ist für Sie ein Held?
    Jemand, der es in verzweifelten (oder vermeintlich verzweifelten) Situationen schafft, den Überblick zu bewahren, einen Ausweg zu finden und andere, die vielleicht schon aufgegeben haben, auf diesem Weg mitzunehmen.

  9. Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
    New York.

  10. Was tun Sie, wenn Sie nichts zu tun haben?
    Das kommt recht selten vor, Sie sollten meinen Schreibtisch und unsere Wohnung sehen … Aber wenn ich das ausblenden kann: in Ruhe mit den Kindern spielen.

  11. Worüber können Sie lachen?
    Oh, die Liste ist lang: kuriose Namen, lustige Ereignisse (auch wenn diese mitunter schon Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegen), großartigen Wortwitz, Granny/Aunt Violet in „Downton Abbey“ und Will Ferrell oder meinen neuen Lieblingsfilm „Hunt for the Wilderpeople“.

  12. Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
    Jene, die passieren, wenn jemand viel arbeitet und sich dabei Mühe gibt, aber eben trotzdem mal was schiefgeht. Nach dem Motto: Wo gehobelt wird, da fallen Späne.

  13. Was war früher besser?
    Keine Ahnung, da muss ich nachdenken. Vielleicht, dass Maschinen eine längere Lebensdauer hatten als heutzutage? Meine Nähmaschine zum Beispiel ist gewiss über 25 Jahre alt und läuft tipptopp.

  14. Was sollte über Sie im Lexikon stehen?
    Da wird nichts stehen, aber wenn, dann so was wie „zeichnet sich durch ein beeindruckendes Repertoire an lustigen Anekdoten und kuriosen Namen aus …“

  15. Zum Abschluss vervollständigen Sie bitte diese Aussage: Eine Spende ist für mich …
    … ein Zeichen von Philanthropie im eigentlichen Wortsinn: menschenfreundliches Denken und Handeln

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