Fragebogen: Martin Fischer schlägt die „Leere Spendenbox“ vor

Martin Fischer

Martin Fischer war nicht immer Fundraising-Berater/Kundenbetreuer bei der van Acken Fundraising GmbH. Zunächst erblickte er das Licht der Welt, wie es 1974 auf Weinheim schien. Die Stadt an der Bergstraße war auch während seiner Jugend derart sonnenverwöhnt, dass er zum Studium in der Region blieb. Nach dem Studium der Politikwissenschaft und Neuen Geschichte in Heidelberg inklusive einem Abstecher nach Los Angeles entschloss sich Martin Fischer für ein Volontariat in Public Relations und Journalismus in der Agentur eines früheren FAZ-Wirtschaftsredakteurs in Frankfurt am Main.

Nach mehrjährigen beruflichen Stationen im Bereich Marktforschung, Politik­be­ra­tung und dem berufsbegleitenden Studium an der Fundraising Akademie war er ein halbes Jahrzehnt im Hochschul-Fundraising und Alumni-Management als „Pionier“ erfolg­reich tätig. In Großbritannien und den USA hat er mehrfach Fundraising, Mar­ke­ting und Alumni-Management aus erster Hand kennengelernt (Stichwort: Tele­fon-Fundraising, Capital Campaigns etc.).

Seit der Geburt seiner Tochter fällt das Spektrum seiner Hobbys unfreiwillig schmal aus und beschränkt sich mitunter auf die Klassiker Lesen, Kochen und Joggen. Auch das Trompete spielen in einer Big Band gehört inzwischen leider der Vergangenheit an. Musik spielt in Martin Fischers Leben trotzdem weiterhin eine Rolle: Wenn er gerade mal keine Kinderlieder singt, hört er beim Autofahren am liebsten Klassik.

Martin Fischer ist regelmäßig Vortragsreferent auf verschiedenen Fundraisingtagen und ähnlichen Veranstaltungen. Aus seiner Feder stammen diverse Fachartikel und das Fachbuch „Fundraising für das Gesundheitswesen“.

  1. Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Ein guter Tag beginnt …
    … früh, mit dem Lächeln meiner kleinen Tochter, einem Kuss für meine Frau und ohne Stau!
  2. Was wollten Sie als Kind werden?
    Archäologe, Mineraloge (mich interessierten nur Halb-/Edelsteine und ganz alte Fossilien), später Profimusiker (Trompete).
  3. Was würden Sie als Unwort des Jahres vorschlagen?
    Experte, Umstrukturierung, Warnstreik.
  4. Welches politische Projekt würden Sie gern beschleunigen?
    Muss nur noch kurz die Welt retten …? Vielleicht eine Steuerreform, die den NGOs wieder bessere Rahmenbedingungen verschafft?! Abschaffung des Deutschland-Stipendiums und dafür ehrgeizigere Matching Funds-Programme für alle NGOs!
  5. Sie machen eine Zeitreise in das Jahr 1990. Was würden Sie dort tun?
    „Damals“ war ich 15. Erst mal erwachsen werden, dann früher ins Ausland reisen für Fundraising-Praktika weltweit. Mit dem heutigen Erfahrungsschatz: Vielleicht in ein sinnvolles Start-up-Unternehmen und interessante Ehren­ämter investieren.
  6. Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
    Ich habe im Programmbeirat für den Fundraisingkongress 2015 einen Negativ-Preis für schlechtes Fundraising vorgeschlagen. Als Empfänger der „Leeren Spendenbox“ bieten sich alle an, die Fundraiserinnen und Fundraiser in Organisationen am Erfolg im Fundraising hindern, zum Beispiel durch fehlende Unterstützung, schlechte Rahmenbedingungen etc.! In der Filmbranche sind solche „Orden“ selbstverständlich und haben noch keine Karriere be­endet.
  7. Sie treffen den reichsten Menschen der Welt im Aufzug. Was sagen Sie ihm?
    Ich habe als Fundraiser einige sehr reiche, aber sehr normale Menschen getroffen und sehr gepflegte Konversation betrieben. Auf keinen Fall würde ich das Thema Geld ansprechen. Spontaner, entspannter Small Talk und für die Damen der Schöpfung ein kleines Kompliment.
  8. Wer ist für Sie ein Held?
    (Familien-)Unternehmer/innen, die Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und erhalten. Kommunalpolitiker ohne „höhere“ Ambitionen, Alleinerziehende, liebevolle Eltern und kreative Künstler.
  9. Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
    Mein Erstwohnsitz bei Köln reicht mir fürs Erste. Aber gerne einen ruhigen und gut erreichbaren Ort an der deutschen oder holländischen Küste.
  10. Was tun Sie, wenn Sie nichts zu tun haben?
    Freunde und Bekannte anrufen, einladen, bewirten …
  11. Worüber können Sie lachen?
    Gute Witze, schlechte Artikel, Unsinn im Internet und manchmal auch über die/mit der (inter)nationale/n Fundraising-Szene.
  12. Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
    Nobody’s perfect. Im Idealfall werden Fehler vermieden. Ansonsten: Fehler, für die um Entschuldigung gebeten wird und wo eine Lösung des Problems angeboten wird. Was gar nicht geht: Charakterfehler und deren Auswüchse!
  13. Was war früher besser?
    Die Nachtruhe! (siehe 1), die Presse- und Medienlandschaft, das Bildungssystem, der Handel (Beratung, die ihren Namen verdient!). Und: „Früher war mehr Lametta“ (Loriot).
  14. Was sollte über Sie im Lexikon stehen?
    Wer mich kennt, weiß auch um meine Bescheidenheit. Für einen Nachruf ist es hoffentlich auch noch zu früh! Aber vielleicht ein Platzhalter für in 30 Jahren, nach dem Motto: „Erfahrener und kollegialer Fundraiser, der sich für die Organisation, die er betreut hat, interessiert und erfolgreich eingesetzt hat …“
  15. Zum Abschluss vervollständigen Sie bitte diese Aussage: Eine Spende ist für mich …
    … ein erfreuliches, aber planbares Ereignis und eine Spende auf dem Weg zur nächsten und höheren Spende!

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