Fragebogen: Helga Schneider mag es lieber Stress-frei

Helga Schneider

Zum Fundraising kam sie wie die Jungfrau zum Kind. Während ihres Studiums in Salzburg landete sie durch ein Praktikum bei der „Pro Juventute“, einer österreichischen Kinderdorforganisation. Dort blieb Schneider einige Jahre und lernte die Grundlagen des Fundraisings – damals hieß es noch Spendenmittelbeschaffung. „Wir haben Haushaltsmailings in einer Auflagenhöhe von 7 Millionen im hausinternen Lettershop produziert, säckeweise Retouren verarbeitet, eine ganze Abteilung mit Datenverarbeitung beschäftigt und eine eigene Software programmiert“, erinnert sie sich.
1999 gründete Schneider dann gemeinsam mit einem Kollegen in Deutschland das Fundraising Institut. Ihr gemeinsames Buch zum „Database-Fundraising“ trieb das Thema in Deutschland mit voran. „Ich kenne im Bereich Spendensoftware so ziemlich jeden vorstellbaren ‚Job‘: von der Softwareentwicklung über das Schreiben eines Handbuchs, Vertrieb, Präsentationen, Support und Implementierung bis hin zur ‚Lehre‘, der softwaretechnischen Umsetzung von Fundraising und der analytischen Anwendung“, resümiert sie.
Nach 15 Jahren Hochs und Tiefs im Fundraising Institut beantwortete Schneider im vergangenen Jahr die Frage, ob sie die Geschäftsführung von ifunds germany übernehmen würde, mit Ja. „Viele fragten mich, warum ich meine Selbstständigkeit aufgebe und ich kann nur sagen, dass ich es aus dem Bauch heraus entschieden und nicht bereut habe. Es bereitet mir Freude, in diesem Team zu arbeiten. Gemeinsam können wir große, mittlerweile auch internationale Projekte durchführen. Zusammen entwickeln wir Visionen für zukünftiges Fundraising und überlegen, welchen Beitrag wir dazu leisten können. Der Weg als selbstständige Beraterin wäre ein anderer gewesen.“

  1. Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Ein guter Tag beginnt …
    … wenn der Wecker nicht klingelt, ich in den Tag hineingleiten, gemütlich frühstücken kann.
  2. Was wollten Sie als Kind werden?
    Die gleiche Frage hat unser Lehrer an einem der ersten Schultage gestellt. Ich habe „Opernsängerin“ geantwortet.
  3. Was würden Sie als Unwort des Jahres vorschlagen?
    Ich mag das Wort „Stress“ nicht. Wenn man keinen hat, gerät man in Verdacht, faul zu sein. Es komprimiert alles, was belastend empfunden wird und verhindert, dass man genauer differenziert. Außerdem schafft es Distanz und verbreitet schon mal per se eine angestrengte Atmosphäre.
  4. Welches politische Projekt würden Sie gern beschleunigen?
    Bedingungsloses Grundeinkommen und radikale Steuervereinfachung
  5. Sie machen eine Zeitreise in das Jahr 1990. Was würden Sie dort tun?
    Mein Kind großziehen, mein Studium abschließen, einen Job suchen … was man halt zwischen 25 und 30 so macht.
  6. Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
    Ich würde keine Orden verleihen. Das beinhaltet eine Art von Bewertung, die ich nicht schätze.
  7. Sie treffen den reichsten Menschen der Welt im Aufzug. Was sagen Sie ihm?
    Ich spreche selten Menschen im Aufzug an, aber ein freundliches Lächeln wäre im Bereich des Möglichen.
  8. Wer ist für Sie ein Held?
    Alle Menschen, die mutig sind, Neues wagen, ihre Meinung sagen, aufrichtig und authentisch leben, Humor haben, ungeniert weinen und lachen können und nach dem Fallen wieder aufstehen.
  9. Wo hätten Sie gern Ihren Zweitwohnsitz?
    In Salzburg – ich habe lange dort gelebt.
  10. Was tun Sie, wenn Sie nichts zu tun haben?
    In meiner Freizeit spielt Musik eine große Rolle.
  11. Worüber können Sie lachen?
    Immer wieder gerne über Loriot.
  12. Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
    Die eingestandenen.
  13. Was war früher besser?
    In meiner Kindheit konnte man mit weniger Sicherheitsvorkehrungen unbeschwerter leben. Die Musik traf zudem eher meinen Geschmack.
  14. Was sollte über Sie im Lexikon stehen?
    Ich verzichte auf den Eintrag.
  15. Zum Abschluss vervollständigen Sie bitte diese Aussage: Eine Spende ist für mich …
    … der Ausdruck einer Haltung. Sie ist die Möglichkeit, sich freiwillig für etwas zu engagieren, das man als wichtig erachtet und diesen Dingen damit Bedeutung zu verleihen, sie zu stärken und ihnen zum Wachstum zu verhelfen.

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