Weltverbesserer Fabian F. Fröhlich engagiert sich auch im Kleinen

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, er soll auch was für die Seele haben! Bei Frauen ist das einfach: Blumen, neue Schuhe und ein Mädelsabend – schon ist die Welt wieder in Ordnung. Doch wir Männer, wir brauchen schon mehr Tiefgang. Im stressigen Arbeitsalltag im Büro, wo uns die Sekretärin permanent an Termine erinnert, die Abteilungs-Assistentin andauernd To-Do-Listen rumschickt und die hübsche neue Praktikantin tausend Fragen hat, da steht der Mann unter extremer Anspannung! Sport als Ausgleich wäre eine Möglichkeit, wird aber anstrengend! Besser ist soziales Engagement vor der eigenen Haustür.

Mein Kollege und ich sind einem Förderverein beigetreten, wo wir nicht nur einfach Geld hin überweisen, sondern richtig mitarbeiten! Jeden Montag treff en wir – die Mitglieder des MaDiWeBe e.V. – uns in der Schulturnhalle zur Vereinssitzung. Neulich stand die mangelhafte Arbeit der Ö-Gruppe zur Diskussion: Eine nichtrepräsentative Blitzumfrage unter Gästen in „Rudis Eck“ hatte ergeben, dass fast hundert Prozent unseren Markennamen MaDiWeBe nicht kennen! Aber weil wir alle voll engagiert sind, schritten wir gleich zur Tat. Holger kochte erst mal Kräutertee und entzündete eine aromatische Duftkerze. Dann stand Situationsanalyse an. Wir zogen uns die Schuhe aus und setzen uns im Kreis auf den Boden. In der Mitte legten unser Schatzmeister Fred und Karl- Heinz, der Schriftführer, gemeinsam ein Mandala aus Post-It-Haftnotizen. Jeder sollte zuerst sagen, was er an dem heutigen Tag Gutes erlebt hatte. Dabei gaben wir den Gesprächsstein – eine alte Glasmurmel – an den nächsten Redner weiter. Denn nur wer den Gesprächsstein in der Hand hält, hat ein Rederecht. Auf diese Weise näherten wir uns entspannt und konzentriert der Lösung des Problems: Konrad erklärte, dass er in seinem Netzwerk einen Vertriebsexperten hat, der einen Werbegrafi ker kennt. Der soll doch mal ein Kommunikationskonzept erstellen. Wir stimmten ab, die Sache war beschlossen. Wir fühlten uns gut, denn wir hatten etwas bewegt an diesem Abend! Bald würde jeder wissen, wofür der Macht-die-Welt-besser-Efau steht! Dann, aber erst dann, macht es Sinn, sich der eigentlichen Projektarbeit zu widmen. Einer Petition gegen die Stigmatisierung von Sandalenträgern in Aufsichtsräten von DAX-Unternehmen.

Leider wird seit letzter Woche unser entspanntes Engagieren aus den eigenen Reihen boykottiert. Andy, einer von den Neuen, brachte eine Espressomaschine mit. Ich werde mir wahrscheinlich einen anderen sozialen Brennpunkt suchen, für den ich mich einsetzen kann.

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