PR-Stratege Fabian F. Fröhlich schreibt seinen Wunschzettel

Es sind echte Meldungen wie diese, die einem den Tag retten: „Verschenx.com revolutioniert die Kommunikationsform des Schenkens. Das Start-up-Unternehmen integriert das Schenken in den Alltag der Onlinekommunikation und setzt auf nachhaltiges Konzept fernab der Rabatt-Mentalität.“ Wow! „Unsere Idee ist es, das Schenken als eigenständige Kommunikationsform zu etablieren und diese dem Pulsschlag des Social Web anzupassen. Auf verschenx.com können Nutzer Freunden und Bekannten deutschlandweit produktbezogene Geschenkgutscheine zukommen lassen – und das in Echtzeit. Wenige Klicks genügen und Freund, Freundin oder Kollegen können sich auf ihrer Facebook-Pinnwand oder in ihrem E-Mail-Postfach über einen persönlichen Geschenkgutschein freuen, der sofort eingelöst werden kann“, erklärt der Geschäftsführer sein Business. Für diese innovative Idee gibt es sogar Fördergeld. Kein Witz! „Für die Idee, das Schenken in den Alltag der Onlinekommunikation zu integrieren, erhielt das Start-up das EXIST-Gründerstipendium vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie“, heißt es stolz in der Presseerklärung.

Ich bin geflasht! Hier treffen virale Effekte des Social Web auf gelebte Nachhaltigkeit! Da ist alles drin, was eine moderne Marke haben muss: Internet­sprech, Gutmenschtum und ein hübsches Logo. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch einen Verbesserungsvorschlag hätte: Versalien! Es sollte sich doch inzwischen unter PR-Menschen rumgesprochen haben, dass jede noch so kleine MÖCHTEGERNMARKE größer wird, wenn man sie KONSEQUENT in GROSSBUCHSTABEN SCHREIBT. Ein wirkungsvoller Trend, wie der, durch das Weg Lassen jeglicher Binde Striche die Marken Namen von Kaffee Tasse bis Welt Rettung erfolgreich zu amerikanisieren. PR-Strategen toppen das Ganze noch, indem sie deutsche Sätze in englischer Grammatik formulieren. Das ist übrigens das einzige, was auch im Radio funktioniert.

Doch zurück zur subventionierten Innovation des Schenkens. Bald nun ist Weihnachtszeit. Da wird es höchste Eisenbahn, sich dem Thema in aller Ernst­haftigkeit zu widmen. Und ich schreibe jetzt nicht das, was viele hoffen, nämlich „bitte keine Geschenke diesmal, ich habe doch schon alles … wenn dann spendet doch lieber etwas auf das Konto der Soundso-Stiftung …“ NEE! Ich freue mich über Päckchen und Weihnachtskarten und Schokonikoläuse und CDs mit kitschigen X-Mas-Songs und über Schnee, der notfalls auch aus der Spraydose ans Fenster schneien kann. Ich liebe alle guten Gaben – aber keine VIRTUELLEN GUTSCHEINE, auch wenn sie noch so professionell gebrandet sind!

Frohe Weihnachten allerseits!

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