News-Junkie Fabian F. Fröhlich ist informiert

Ich liebe die Saison der kleinsten Kartoffeln. Nein, das ist jetzt keine Auswirkung von EHEC und Vogelgrippe. Damit meine ich diesmal nicht das Kulinarische, sondern die „season of the very smallest potatoes“ – die „Saure-Gurken-Zeit“, das „Sommerloch“. Englisch klingt’s aber besser und businessmäßiger und sehr bedeutend. Auch wenn es sich, streng genommen, ja um lauter Unbedeutendes handelt.

Im Sommer nehme ich mir extra viel Zeit für die Morgenzeitung, weil es da die Meldungen in die News-Spalten und sogar auf die Titelseiten schaffen, die sonst maximal unter „Vermischtes“ abgedruckt werden. Ist halt Nachrichtenflaute …

Heute Früh noch vor dem Zähneputzen gleich mal das hier: Die Deutschen gehen zu oberflächlich mit der Mundpflege um. Das verrät der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Zahnseide. Theoretisch müsste er bei etwa 180 Metern im Jahr liegen (50 cm am Tag). Schätzungen zufolge liegt er aber tatsächlich bei deutlich unter fünf Metern – fehlen also mehr als 175 Meter. Skandalös! +++ Der Verkostungswettbewerb der Deutschen Röstergilde in den Kategorien Espresso und Filterkaff ee brachte zwei Medaillenträger hervor. Ich war leider nicht dabei! +++ 58 Prozent der deutschen Berufstätigen verbringen im Urlaub Zeit mit ihrer Arbeit, und es werden immer mehr. Erschreckend! +++ Oder hier: In Alaska werden Jäger angewiesen, auf den Einsatz der Elektroschockpistolen bei der Jagd zu verzichten – erschießen dürfen sie die Tiere aber weiterhin. Das ist Tierschutz live. +++ Bemerkenswert auch dies: Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache distanziert sich von Ghostwritern für Doktoranden. +++ Und die Deutsche Telekom meldet: Kabellos glücklich. Zuhause ein WLAN-Heimnetzwerk einzurichten ist leichter als man denkt. Unglaublich, dieser Fortschritt! +++ Ein Stromausfall in der Sendebetriebstechnik des Zweiten Deutschen Fernsehens hatte am frühen Montagabend einen Bildschirm-Blackout in Teilen des Landes zur Folge. Wenn Sie dieses Highlight verpasst haben sollten, können Sie es in der Mediathek im Internet noch mal anschauen.

Auch wissenschaftliche Studien zu allerlei Themen schaffen es jetzt raus aus dem Schattendasein der Fachpublikationen direkt in die Tagespresse: Männer sagen oft schon vorm ersten Sex „Ich liebe dich!“, Frauen eher danach, fand eine viel zitierte US-Studie heraus. Zwei Drittel der befragten Männer seien vor allem dann schnell mit dem Schwur, wenn sie noch keinen Sex mit der Auserwählten hatten. Genauso neu und völlig überraschend ist für mich auch dieses, 400 000 Euro teure, Forschungsergebnis der Universität Ulm: Der Unterricht an Schulen ist langweilig. Da möchte ich noch ergänzen: Zum Glück sind jetzt Sommerferien!

Aber das druckt ja keiner …

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