Hinweis-Nehmer Fabian F. Fröhlich freut sich auf die Ferien

Bald beginnt wieder die Urlaubszeit. Ich sage ja Ferien dazu, denn das erinnert mich immer an etwas Schönes aus meiner Kindheit. Ferien, das sind acht Wochen Sonne, baden, zelten, Eis essen, mit den Kumpels im Baumhaus abhängen und auf keinen Fall nur einen einzigen klitze­kleinen Gedanken an die Lehrer verschwenden.

Urlaub – das ist die Erwachsenenversion. Und die sieht so aus: Urlaubsantrag schreiben und pünktlich einreichen, Frühbucherschluss nicht verpassen, Schnäppchenflug buchen, drei Wochen Überstunden, weil alles vorarbeiten, was während der Urlaubsabwesenheit zu erledigen sein wird. Im Flugzeug ’ne fiese Erkältung einfangen. Dann zwei Wochen Strand/Gebirge. Drei-Sterne-Einheits-Hotel mit „internationaler Küche“, also Schnitzel und Pommes. Reklamationen beim Reiseveranstalter wegen gefaketer Kundenbewertung. Auf Facebook den Sonnenuntergang posten, quengelnde Kids, nörgelnde Nachbarn, peinliche Mitreisende aus Deutschland. Eine Postkarte ins Büro schicken: Ätsch! Auf dem Handy die Mails checken und den Kollegen weiterleiten, dass sie sich mal kümmern mögen: Ätsch hoch zwei! Rückflug, nichts zu verzollen, besuchen Sie uns bald wieder … Drei Wochen Überstunden und alles aufarbeiten, was während des Urlaubs auf dem Schreibtisch Stapel gebildet hat. Geschafft!

So, nun sagen Sie mal, was besser ist. Definitiv Ferien, oder? Wenn nur die vielen Lehrer nicht wären! Die echten sind ja noch auszuhalten, denn bei denen weiß man inzwischen, wie man sie zu nehmen hat. Aber die selbst ernannten Be-Lehrer, die können einen wirklich mit ihren Hinweisen nerven: Hier dürfen Sie nicht parken, das ist nur für Anwohner! Ihr Gerät verbraucht zu viel Arbeitsspeicher! Es heißt der Event, nicht das! Fahr auf dem Radweg, du Depp! Bei den hohen Ozonwerten Lichtschutzfaktor 50 plus! Deine Jeans wurde bestimmt nicht fair produziert! Der Bus war schon wieder zwei Minuten zu früh! Dieses Nahrungsmittel kann Spuren von Konservierungsstoffen enthalten! Bei Amazon bestellen ist unsozial! Grillen ist nur im Abstand von 20 Metern zum Nachbargrundstück erlaubt! Geschlechterspezifische Sprache und Bildverwendung sind zugunsten neutraler Formen zu vermeiden …

Leute, ich brauche dringend eine Lehrer-freie Zeit! Schöne Ferien!

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