Fundraising-Experte Fabian F. Fröhlich hilft immer gern

„Sag mal, wie gut bist du im Spenden sammeln?“ Mit dieser Frage rief mich gestern mein alter Studienfreund Max an, „wir brauchen im Monat zwanzigtausend Euro“. Ich freue mich eigentlich immer, wenn sich alte Schulfreunde mal wieder melden, aber diese Begrüßung fand ich dann doch etwas direkt. Dank Social Networking war Max voll informiert, was mich betrifft: „Du kennst dich doch aus mit dem ganzen Fundraising und so“, lockte er. Immerhin hatte er nicht Faound-Reißink gesagt! Das wollte ich ihm mal zugute halten. „Kommt drauf an, wofür brauchst du denn das Geld?“ „Ist streng vertraulich, du verstehst? Also wie viel kannst du eintreiben?“, quengelte Max ins Telefon. „Na je nachdem wofür … Tierschutz, Kinder, Katastrophenhilfe, Umwelt …?“, fühlte ich vor.

„Nee! Sowas doch nicht! Hier geht’s um was ganz Großes, was Politisches!“ Sieh mal einer an, das hätte ich jetzt dem Mäxchen gar nicht zugetraut. Sich politisch zu engagieren. Der war doch früher eher auf seinen eigenen Vorteil bedacht. „Politikfundraising ist nicht so einfach“, holte ich aus, „aber es gibt ’ne Menge Menschen, die zum Beispiel Initiativen gegen Extremismus unterstützen … wenn ihr gute Ideen habt, dann findet ihr auch Leute, die da mitziehen … ihr müsst natürlich von Anfang an ganz offen und transparent …“. „Spar dir mal dein Referat, Herr Professor Fröhlich!“, tönte Max. „Offiziell wird’s erst dann, wenn der Zeitpunkt ran ist, kapiert?“. Ich hatte gar nicht kapiert und langsam nervte mich das Vertraulichkeitsgetue. Aber es sollte noch besser kommen: „Wir bieten jedenfalls eine Eerfooolgsbeetaaiiliguuuung von dreitausend Piepen, wenn du die Kohle bis Mai ranschaffst.“ In welcher Branche arbeitet Max gleich nochmal? Muss irgendwas mit Gehirnwäsche sein, so wie er das grad ausgesprochen hat.

Auf so etwas reagiere ich zunehmend aggressiv. „Pass auf Max, wenn du mir nicht wenigstens ansatzweise sagst, was das für ’ne Initiative ist, kann ich dir nicht helfen. Seid ihr wenigstens als gemeinnützig anerkannt?“ Mein Ton war schärfer geworden, was Max aber nicht zu stören schien. Der wurde jetzt beinahe butterweich: „Na gut, unter dem Siegel der Verschwiegenheit! Das darf unter keinen Umständen an die Presse durchsickern … Du kennst doch den Freddy, der hat auch mit uns studiert.“ Oh ja, an den erinnerte ich mich: so ne Rainer-Langhans-Neuauflage, doch ohne den spirituell-esotherischen Anstrich. Dafür mit Markenklamotten und ewigen komplizierten Weibergeschichten. „Also der Freddy, der will Bürgermeister werden bei uns im Ort. Ist eigentlich schon so gut wie sicher, seine Partei steht voll hinter ihm. Der Alte tritt demnächst aus gesundheitlichen Gründen ab und von der FDP ist kein Gegenkandidat zu erwarten. Doch bevor die Kandidatur nicht offiziell bekanntgegeben ist …“

„Und wozu braucht ihr dann das ganze Geld?“ Eigentlich interessierte mich das schon gar nicht mehr, aber jetzt, wo der Informationsfluss grad so gut lief! „Na wir müssen ein paar Leute kaufen, damit auch wirklich alles glatt läuft im Wahlkampf.“ Und dann war bedauerlicherweise mein Akku leer.

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